CIT-Consult Emotion-Blog

Danke! Ich hatte vergessen, ein Teil der Natur zu sein.

07.03.2010 von: Paula Bemmann-Wöschler

Es ist Samstagabend und ich fahre nach Hause zurück. Unglaublich, es hat keine 24 Stunden gedauert und hunderte Autobahnkilometer sind wieder frei. Winzige weiße Häufchen an den Auf- und Abfahrten erinnern nur noch wage an das Schnee- und Eischaos von heute Nacht bzw. heute morgen. Was für eine Leistung (!), die unerwähnt bleiben wird, weil wir sie als selbstverständlich ansehen.

Natürlich hatte ich mich nicht über die Witterungsverhältnisse vorab informiert, schließlich bin ich mit dem Auto unterwegs und damit gefühlsmäßig wetterunabhängig. Die Zuspitzung der schlechten Nachrichten veranlasste mich immerhin dazu, mich am Samstagmorgen zwei Stunden früher als normal auf den Weg zu machen. Nach einer Stunde Fahrt auf freien Autobahnen, fragte ich mich schon genervt, wo denn hier bitteschön das Chaos wäre. Keine 10 Minuten später und ich wusste, wovon die Radioleute sprachen. Urplötzlich befand ich mich mitten in Schneegestöber und Verwehungen. Die linke Spur glich einer unpräparierten Skipiste, auf der jedes Überholmanöver zur Schlitterpartie wurde, auf der rechten Spur war für die nächsten 150 km Kolonnenfahrt angesagt – jetzt konnte ich froh sein, wenn ich zumindest phasenweise die 50 überschritt.

Dank meines Zeitpuffers kam ich doch noch rechtzeitig an, aber ich hatte mehr als einmal Glück. Die Unfälle passierten anderen, wenn ich rutschte, stand nichts in meinem Weg. Und über die Hälfte meiner Strecke war Dank des Winterdienstes bereits morgens vor 6 Uhr einigermaßen befahrbar. Am Abend auf meinem Nachhauseweg spüre ich richtige Dankbarkeit. Dankbarkeit den Frauen und Männer der Streufahrzeuge gegenüber, die sich die ganze Nacht und den halben Tag um die Ohren geschlagen haben, um unverantwortlichen Autofahrern wie mir, das Leben zu erhalten. Denn mal ganz ehrlich: Ich hätte drei Tage Zeit gehabt, meine Fahrt anders zu organisieren und vor dem Schnee in Würzburg zu sein.

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