CIT-Consult Emotion-Blog

Der Geschmack von Liebe und Hass

26.01.2012 von: Michael Blochberger

Amerikanische Wissenschaftler konnten jetzt beweisen, dass die Absichten, mit denen wir etwas tun, unsere Wahrnehmung stark beeinflusst. Wenn wir sagen, dieser Kuchen ist mit Liebe gebacken, dann ist das nicht nur eine Redensart, sondern er schmeckt uns tatsächlich besser. Wir können also im Ergebnis den Unterschied spüren, ob jemand etwas mit guter oder böser Absicht getan hat, auch wenn wir die betreffende Person dabei nicht beobachten können. Nun ist das bei Koch- und Backprodukten vielleicht nachvollziehbar, aber wie ist das bei anderen Empfindungen?

Schon 2008 konnte der Psychologe Kurt Gray von der Universität Maryland nachweisen, dass ein in böser Absicht verabreichter Elektroschock besonders starke Schmerzen hervorruft. Der Wissenschaftler ließ jetzt untersuchen, ob die Schmerzen nachlassen, wenn die Gepeinigten glaubten, die Behandlung würde in guter Absicht erfolgen. Tatsächlich empfanden die Probanden die Schocks als weniger schlimm, nachdem sie erfuhren, die Folterer im Nebenraum täten es in dem Glauben, die Empfänger der Schmerzen bekämen für jeden Stromstoß Geld.

Für mich ist das die wissenschaftlich Bestätigung für den Wert eines positiven Menschenbildes. Indem wir liebevoll auf unsere Mitmenschen zugehen und ihnen Vertrauen schenken, inspirieren wir sie nicht nur zu mehr Offenheit, Ehrlichkeit und Zuneigung, wir stärken auch unsere Fähigkeit, Enttäuschungen, Niederlagen und andere Schmerzen besser zu ertragen und leichter zu verzeihen. Das Konzept des liebevollen Umgangs mit anderen, das wir in unserem Training Mit Gefühl zu mehr Erfolg besonders propagieren, findet so wissenschaftliche Unterstützung. Weitere Infos in der Süddeutschen.

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