CIT-Consult Emotion-Blog

Ermutigt durch die Krise

11.05.2020 von: Michael Blochberger

Zunächst war mir die Doppeldeutigkeit dieses Titels gar nicht bewusst: Einerseits können wir ihn als Aufforderung verstehen, die Krise mutig anzugehen, um uns nicht einschüchtern zu lassen. Andererseits impliziert der Text die optimistische Prognose, dass wir auch durch die Krise ermutigt werden könnten. Aber das scheint ja nun etwas viel verlangt..., oder?

Im Gegensatz zu vielen anderen Nationen waren die deutschen Institutionen früh gewarnt und besser auf Covid-19 vorbereitet, so dass wichtige Infektionsherde isoliert werden konnten und das Gesundheitssystem nicht überfordert wurde. Beeindruckt von den grausamen Bilder aus Italien, Spanien und den USA wurden Kontaktsperren und Distanzregeln diszipliniert eingehalten und die Infektionszahlen in beeindruckendem Tempo reduziert. Die schnellen Entscheidungen der Regierung und erste finanzielle Unterstützung waren mutig und von erstaunlich sozialem Verantwortungsgefühl geprägt.

Aber noch haben wir die Krise nicht überstanden. Da bisher erst 0,2% der Deutschen positiv auf Covid-19 getestet wurden, ist die Gefahr in keiner Weise gebannt. Doch nach Wochen der Isolation und Vorsicht schwinden Geduld und Verständnis vieler Bürger und Politiker. Immer mehr fürchten um ihren Arbeitsplatz und ihre Existenz. Die Forderungen nach Öffnungen von Kitas, Schulen, Handel und Gastronomie werden lauter. Die Zahl derer, die gegen die vergleichsweise harmlosen Beschränkungen in Deutschland auf die Straße gehen, nimmt zu. Und mit ihr der zivile Ungehorsam.

Jetzt braucht es Vernunft und Ausdauer

Angela Merkel sprach davon, dass wir einen 'Marathon' zu bewältigen haben, eine symbolische Distanz von ca. 42 km, die wir bis zum Ende durchhalten müssen, um nicht vom Virus eingeholt zu werden. Von dieser Distanz haben wir erst wenige Kilometer geschafft, aber wir spüren den Leidensdruck. Jeder Langstreckenläufer kennt das, wenn sich der Kopf gegen die Herausforderung wehrt und die Glieder schwer werden. Er weiß, erst wenn dieser Punkt überwunden ist, findest du deinen Rhythmus und die hormonelle 'Belohnung', die du brauchst um dein Ziel zu erreichen.

An einem ähnlichen Punkt stehen wir zur Zeit mit der Pandemie. Das Ziel, das wir erreichen müssen, ist ein neuer Impfstoff, der uns vor der Ansteckung schützt und eine Überlastung unseres Gesundheitssystems vermeiden hilft. Das kann noch ein bis zwei Jahre dauern. Eine lange Zeitspanne, in der wir uns darauf einstellen sollten, auf Dinge zu verzichten, die uns lieb und teuer waren: Kirmes oder Karneval, Pauschalreisen oder Kreuzfahrten, Stadionbesuche oder Live-Konzerte. Dieser Verzicht schmerzt, aber er ist sinnvoll, um ein höheres Ziel zu erreichen: Viele Menschenleben zu retten und uns solidarisch auf eine veränderte Wirklichkeit nach Corona einzustellen.

Wie flexibel wir mit neuen Gegebenheiten umzugehen wissen, wenn es notwendig ist, kann man schon jetzt beobachten: Die Maskenpflicht hat unzählige Menschen beflügelt, mit bunten Stoffen und raffinierten Schnitten individuelle Designermasken zu gestalten, die Mann und Frau beim Einkaufsbummel selbstbewusst zur Schau stellen. Statt ausgelassener Grill Partys lädt man die Nachbarn einzeln zu einer Tasse Kaffee oder einem Glas Sekt in den Garten ein, wo trotz gebührendem Abstand durchaus persönliche Beziehungen zu pflegen sind. Selbst im Supermarkt bleibt jetzt mehr Zeit für ein paar freundliche Worte mit der Kassiererin, da die Drängler von gestern heute 2 Meter Abstand halten.

Krisen sind Entwicklungs-Chancen

Solange es uns gut geht, neigen wir Menschen dazu, Routinen zu entwickeln und das Bestehende bewahren zu wollen. Erst in persönlichen oder gesellschaftlichen Krisen sind wir gezwungen, ausgetretene Pfade zu verlassen und nach neuen Wegen zu suchen. Deshalb ist es ganz natürlich, dass in Zeiten der Entbehrungen, der Not oder Bedrohung die Bereitschaft zur Veränderung wächst und wir für Erneuerungen offen werden.

Auch Covid-19 ist eine solche Chance. Sie zwingt uns dazu, bisherige Gewohnheiten infrage zu stellen, Herausforderungen aus einer anderen Perspektive zu betrachten und nach unkonventionellen Lösungen zu suchen. Auch wenn wir uns von lieb gewonnenen Routinen verabschieden müssen, so werden sich zahlreiche neue Chancen auftun, solange wir bereit sind, uns flexibel und kreativ darauf einzulassen.
 
Das größte gesellschaftliche Problem ist nämlich nicht die Pandemie als solche, denn in den vergangenen Wochen haben wir schon bewiesen, dass unsere Institutionen gut funktionieren. Das größere Problem scheint mir, dass die Mehrheit der Deutschen seit Jahren keine echte Krisenerfahrung machen konnte. Nach 75 Jahren des Friedens sonnen wir uns in dem Glauben an eine unantastbare, sichere Welt. Kriege und Hungersnöte sind weit weg. Und wir verlassen uns auf das soziale Netz, das uns bisher recht wirkungsvoll vor den Folgen von Finanz- und Wirtschaftskrisen geschützt hat.

Deshalb kann uns diese einschneidende Krisenerfahrung sogar helfen, wieder mehr Verantwortung für uns selbst und die Gemeinschaft zu übernehmen, unsere Widerstandsfähigkeit zu stärken und zu Dankbarkeit und Demut zurückzufinden. Aber sicher ist das nicht. Dazu bedarf es zunächst der Bereitschaft, den Blick nach innen zu richten, statt anderen die Schuld zuzuschieben.

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Foto: Bernd Wachtmeister/pixelio.de

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