CIT-Consult Emotion-Blog

Klima- und Bewusstseinswandel

16.08.2018 von: Michael Blochberger

Den deutschen Jahrhundertsommer mit dauerhaften Temperaturen über 30 Grad im Schatten haben wir im Coaching-Urlaub auf den Kanarischen Inseln verbracht, wo es sehr viel angenehmer und kühler war. Um so größer war der Schock wieder nach Hause zu kommen und zu sehen, was Hitze und Trockenheit mit unserer blühenden Landschaft gemacht haben.

Staubige, vertrocknete Äcker, verbrannte Rasenflächen, halb-kahle Bäume, die schon im Juli ihre Blätter verlieren, und fast ausgetrocknete Bäche und Seen, in denen tote Fische schwimmen. So muss es aussehen, wenn eine Landschaft verödet! So wie es seit Jahrzehnten in Teilen Afrikas der Fall ist! Nur dass es jetzt auch uns betrifft: Der Klimawandel hat uns erreicht!

Auch wenn es mir intellektuell schon lange bewusst war, dass wir nur auf Kosten der Substanz (armer Menschen und natürlicher Ressourcen) leben. Es fühlt sich anders an, wenn es dein eigener Garten ist, der aussieht, als wäre eine Feuerwalze hindurch gerast. Was braucht es noch, bis wir die Botschaft verstehen? Wir müssen endlich etwas ändern, damit es in Europa auch in Zukunft blühen und gedeihen kann.

Natürlich hatte unser Garten zunächst Priorität, denn wie soll ich am Schreibtisch produktiv sein, solange ich auf diese Wüste blicken muss? Also haben wir uns daran gemacht, den verbrannten Rasen zu vertikutieren und neu auszusäen, vertrocknete Stauden zu beschneiden und neue Beete anzulegen. Und die Bewässerung über unsere Grundwasserpumpe lief 5 bis 6 Stunden täglich. Nach drei Wochen Gartenarbeit zeigen sich erste Erfolge: Die Natur bedankt sich mit frischem Grün und die eigene Seele ist zur Ruhe gekommen. Dieses Gefühl der Demut tut gut: Du bist Teil der Natur und wirst deiner Verantwortung gerecht.

Was können wir für die Umwelt tun?

Nun kann ich wieder am Schreibtisch sitzen, beobachte die stürmischen Regenschauer, die ins frische Grün prasseln und mache mir Gedanken, was wir ändern können, damit solch extreme Wetterverhältnisse unsere zukünftige Lebensqualität nicht beeinträchtigen oder gar zerstören können. Ein gesundes Verhältnis zur Natur nützt ja wenig, wenn wir durch unser alltägliches Konsumverhalten, unsere Bequemlichkeit und Ignoranz die Zerstörung unserer Umwelt weiter vorantreiben.

  • Ich werde für kürzere Strecken – zum Einkauf oder Sport – in Zukunft auf das Auto verzichten und vermehrt das Fahrrad nutzen. Das hält mich fit und ist viel umweltverträglicher.
  • Ich achte bewusst darauf, einfach zu leben. Das heißt, auf billige Sonderangebote, modische Massenprodukte und sinnentleertes Einkaufsverhalten zu verzichten. Wenn ich einkaufe, dann weil ein älteres Produkt seinen Geist aufgegeben hat und ersetzt werden muss. Ich entscheide mich für Qualität und Lebensdauer, lasse mich von Trends möglichst nicht beeinflussen und vermeide Kunststoffverpackungen. Das gilt für Elektronik, Kleidung, Kosmetik und alles andere. Weniger ist mehr!
  • Ich verzichte auch auf den Kauf eines neuen Autos und fahre meinen Diesel mit Schadstoffklasse 4 solange weiter, bis die Industrie endlich praxistaugliche, schadstofffreie Antriebssysteme entwickelt hat und die Infrastruktur ausgebaut ist. Von Sonderrabatten lasse ich mich nicht blenden, weil mir klar ist: Jeder Neuwagenkauf – Diesel oder Benziner – gibt der Autoindustrie die Argumente, alles beim Alten zu lassen und technische Innovationen weiter aufzuschieben.
  • Ich werde meinen Fleischkonsum weiter einschränken und Ersatzprodukte auf pflanzlicher Basis probieren, weil Massentierhaltung und übermäßiger Fleischkonsum zu den schlimmsten Klimakillern und  zur größten Ressourcenverschwendung zählen. Mit Fleisch wird die wachsende Erdbevölkerung in Zukunft nicht mehr zu ernähren sein. Um Hunger und Armut zu bekämpfen, brauchen wir alle geeigneten Klimazonen für den Ackerbau. Ich muss kein Vegetarier oder Veganer sein, um zugunsten eines Bewusstseinswandels Verzicht üben zu können.
  • Was mir am schwersten fällt, das ist der Verzicht aufs Fliegen. Denn unsere größte Umweltsünde begehen wir auf unseren Reisen nach La Palma, wo wir nicht nur Urlaub machen, sondern unseren Kunden auch Wellness-Urlaub, Urlaubs-Coaching und Retreats anbieten. Trotzdem werde ich Billigflieger in Zukunft meiden und versuchen unsere Termine so zusammen zu legen, dass wir unsere Flüge reduzieren können. Wenn wir den ausufernden Flugverkehr bremsen wollen, müssen die Kerosinpreise und Fluggebühren steigen.  

 

Es gibt sicher noch viele Möglichkeiten, umweltbewusst zu leben. Jeder mag sich selbst seine Gedanken dazu machen. Aber eines ist klar: Wir müssen unser Umfeld, unsere Freunde und Bekannten überzeugen und mitnehmen, denn der Einzelne kann nichts bewegen, gemeinsam können wir aber Zeichen setzen. Wenn zum Beispiel der Verkauf von Autos mit Verbrennungsmotoren nur um 30% zurückgehen würde, gäbe es im kommenden Jahr die meisten Modelle auch mit Elektroantrieb.

Als Konsument tragen wir selbst die Verantwortung für das, was die Industrie uns anbietet. Die Schuld auf andere zu schieben ist sinnlos. Wenn wir etwas ändern wollen, müssen wir bei uns selbst anfangen. Für mich war die Revitalisierung unseres Gartens ein solcher Anfang.

 

Seminare zum Thema:

Selbstbewusstsein gibt's jenseits der Komfortzone (EQbasics)

Flexibilität und Selbstwirksamkeit stärken (RQ1)

 

Foto: © Heidrun Dahlmann

facebook twitter