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Business-Retreat – 7 Faktoren, damit Veränderungen gelingen

05.11.2015 von: Michael Blochberger

Business-Retreat: 7 Faktoren damit Veränderungen gelingenUnser Alltag steckt voller Routinen, die uns helfen, Zeit zu sparen und erfolgreich zu sein: Der schnelle Griff zur richtigen Akte, die automatisierten Arbeitsschritte am Computer, die routinierten Auseinandersetzungen im Meeting. Sie geben uns Sicherheit und Bestätigung. Wir wissen, was kommt, haben uns eine Meinung dazu gebildet. Wir funktionieren wie gehabt. Aber wehe, die gewohnten Strukturen greifen nicht mehr, weil sich Mensch, Produkt, Unternehmen oder Märkte verändert haben.

Wenn die Krise da ist, der gewohnte Erfolg ausbleibt, der Energieaufwand nicht mehr im Verhältnis zum Ergebnis steht, werden grundlegende Veränderungen notwendig. Das sorgt für Unzufriedenheit, Verunsicherung oder Aggression. Auch, weil die gewohnten Routinen nicht mehr weiterhelfen. Was ist zu tun, wenn es notwendig wird, Inhalte, Strukturen, Prozesse oder Beziehungen zu erneuern? Wie kann es gelingen, neue Wege zu finden und zu beschreiten?

Faktor Konsequenz: Abstand zur Routine

Am Anfang jedes Veränderungsprozesses steht die Entscheidung, das Bisherige in Frage zustellen. Aber schon im Ansatz wird oft falsch gemacht, was man falsch machen kann: Man trifft sich zu einem Krisengespräch im üblichen Rahmen, wie immer wird diskutiert, wie üblich setzen sich die durch, die immer das Sagen haben und die auf die Schnelle getroffenen Entscheidungen erweisen sich bald als wenig tragfähig.

Wer wirklich zu neuen Lösungen finden will, muss bereit sein, den gewohnten Rahmen zu sprengen und die lieb gewonnene Komfortzone zu verlassen. Das heißt, Routinen aufgeben, Abstand zum Alltag gewinnen und dem Unternehmen für ein paar Tage den Rücken kehren. Nur aus der gelebten Distanz zur gewohnten Umgebung kann ich Fehler erkennen, mich von Zwängen befreien und unbeschwert Neuland betreten. Je konsequenter das geschieht, um so zielführender und nachhaltiger werden die Lösungen sein.

Faktor Zeit: Entschleunigung

Führungskräfte sind darauf trainiert, schnell zu handeln und zügig zu entscheiden. Aber wenn man Neuland betritt, gibt es keine schnellen Lösungen. Es fehlt an Erfahrungswerten und Entscheidungskriterien. Um neue Wege zu entdecken, müssen wir uns die Zeit nehmen, von unserem zwanghaften Aktionismus loszulassen. Wir brauchen Geduld und Gelassenheit.

Gerade unter Führungskräften ist die Sehnsucht nach Entschleunigung besonders groß, weil ihnen oft die Zeit fehlt, wichtigen Themen auf den Grund zu gehen und sie zu durchdringen. Sie spüren, Kreativität ist etwas Sinnliches, das sich erst einstellt, wenn sich Körper, Geist und Seele in einem mentalen Zustand begegnen. Erst wenn dieser Zustand erreicht ist, fern von alltäglicher Belastung und Hektik, kann etwas wirklich Neues entstehen. Deshalb macht es Sinn, sich an einen geschützten Ort zurückzuziehen, der uns diesen Freiraum gibt. Wir nennen es Business-Retreat.

Faktor Raum: Inspirierendes Ambiente

Den wenigsten ist bewusst, welche immense Bedeutung der Tagungsort für das Gelingen einer Veranstaltung hat. Ein klassisches Tagungshotel, taugt nicht als Rückzugsort, um neue Perspektiven und Visionen zu entwickeln. Zu zahlreich sind die Störfaktoren, zu groß der Zwang, sich an bestehende Strukturen anzupassen.

Zu einem Retreat braucht es einen sicheren, geschützten Rahmen, in dem sich die Teilnehmer frei bewegen können. Es braucht ein entspanntes Ambiente, in dem man sich wohl fühlt, aber auch eine Vielzahl ungewöhnlicher Eindrücke, von denen man sich inspirieren lassen kann. Je abgelegener das Haus, je ungewöhnlicher das Klima, je exotischer die Natur, desto stärker die Eindrücke und um so größer die Bereitschaft der Teilnehmer sich zu öffnen und sich auf Neues einzulassen. Vor fünf Jahren haben wir einen solchen Kraftort geschaffen: die Villa de la Luz auf La Palma.

Faktor Erkenntnis: Perspektivwechsel

Ein entscheidender Aspekt für das Gelingen eines Business-Retreats ist es, die Wahrnehmung zu schärfen und die Dinge aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. Gerade in der Begegnung mit der Natur, bei einer Wanderung auf einem Bergkamm, beim Baden in der Brandung des Atlantik, beim Feigen pflücken oder bei der Mandelernte fällt es leicht, unsere Erfahrungen und Einstellungen zu relativieren. Krisen werden zu Chancen und Ängste werden zu Erfolgserlebnissen. Wir erleben die Natur als Geschenk, in der wir unzählige Ideen und Lösungen erkennen und aufgreifen können. Je stärker die Kontraste,  je ungewöhnlicher die Perspektivwechsel, desto weiter unsere geistigen Horizonte auf der steilsten Insel der Welt.

Faktor Kommunikation: Offen und wertfrei für Neues

Eine der wichtigsten Grundregeln in kreativen Prozessen ist es, offen und wertfrei zu kommunizieren. Das heißt, alle Ideen, alle Inspirationen zuzulassen und nicht zu bewerten. Es gibt keine schlechten oder unpassenden Ideen. Alles ist erlaubt und jede noch so abwegig erscheinende Idee kann zu genialen Lösungen führen. Im kreativen Spiel kommen wir alle an unsere oft ungenutzten Ressourcen. Frei von Angst, Kritik und Hemmungen entwickelt sich eine offene, ehrliche und wertschätzende Kommunikation, die von den tiefen gemeinsamen Erfahrungen lebt. Die Teilnehmer kommen sich näher und wachsen als Gemeinschaft zusammen. Nicht umsonst gelten Business-Retreats als besonders nachhaltige Teamentwicklungsmaßnahmen.

Faktor Entscheidung: Intuition und Besinnung auf das Wesentliche

Durch das Öffnen der Sinne und die gemeinsame Reflexion auf unterschiedlichen Erfahrungsebenen werden die bearbeiteten Themen in ungewohnter Weise durchdrungen: Neben der kognitiven Verarbeitung erhalten auch Körper und Seele die Chance, zu den Herausforderungen, den neuen Perspektiven und Visionen Stellung zu beziehen. In der Begegnung mit den Elementen fällt es leicht, sich auf das wirklich Wesentliche zu besinnen. Entscheidungsprozesse und Erkenntnisse werden in einem naturnahen Ambiente zunehmend körperlich spürbar. Je intensiver und ungezwungener die Zusammenarbeit, desto häufiger ist zu erleben, dass herausragende Lösungen und tragfähige Entscheidungen intuitiv entstehen, weil unser Unterbewusstsein sich zu Wort meldet.

Faktor Struktur: Professionelle Prozessbegleitung

Dass all das gelingen kann, dazu braucht es einen professionellen Moderator und Coach. Er ist nicht nur dafür verantwortlich, die Arbeitsgruppe zu begleiten und zu moderieren, die Ergebnisse zu strukturieren und zu dokumentieren. Ein Retreat will natürlich passend zum Thema konzipiert und organisiert sein. Es gilt, die Bedürfnisse der Gruppe zu erkennen, das richtige Rahmenprogramm auszuwählen und zu organisieren. Und gleichzeitig braucht es die Sensibilität, im richtigen Moment zu intervenieren, für die Bedürfnisse einzelner ansprechbar zu sein ohne die Gruppe zu vernachlässigen. Letztendlich hat er aber die Verantwortung, den Prozess so abzuschließen, dass das Team mit tragfähigen Lösungen und konkreten Planungsschritten die Heimreise antreten kann. Deshalb gestalten wir unsere Retreats in der Regel zu zweit.

Und wann sehen wir uns auf La Palma?

 

Foto: glückimwinkl / photocase.de

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