CIT-Consult Emotion-Blog

Ich und die Zeit: Wer hat hier wen im Griff?

12.07.2011 von: Michael Blochberger

Auch ich zähle zu den Menschen, die hohe Ansprüche an sich selbst stellen, sich häufig zu viel vornehmen oder sich im Alltag unter Zeitdruck setzen lassen. Dann werde ich unzufrieden mit mir selbst, manchmal sogar unerträglich – gerade weil ich diesen Zustand nicht mit meinem Bild von einem souveränen Trainer und Coach in Einklang zu bringen weiß. Um so wichtiger ist es für mich, auf Stresssituationen optimal vorbereitet zu sein.

Optimiertes Zeitmanagement

Mein wichtigster selbst verschuldeter Stressor war mein verantwortungsloser Umgang mit der Zeit: Wie oft machte ich mich in letzter Minute auf den Weg zu einem wichtigen Termin, um dann im Verkehr stecken zu bleiben? Gehetzt und verspätet kam ich zu einer Besprechung oder einer Präsentation. Wo ich eine souveräne Leistung abgeben wollte, startete ich mit einem Handikap, das mich weiter unter Druck setzte – und schon steckte ich in einer selbst geschaffenen Stressspirale.

Mit einer klugen Zeitplanung gelingt es mir heute, ca. 90% solcher Situationen zu vermeiden, weil ich grundsätzlich Zeitpuffer einbaue und ich selbst nach längeren Staus oder unvorhersagbaren Belastungssituationen in Ruhe und pünktlich eintreffe. Um das konsequent durchhalten zu können, musste ich mir einige wichtige Eigenschaften aneignen:

  • Eine penible Termin- und Aufgabenplanung, die ausnahmslos Pufferzeiten einplant, um Zeitdruck oder Überschneidungen zu vermeiden
  • Eine konsequente Prioritätenvergabe für alle (ABC) geben mir die Chance unwichtigere Aufgaben zu delegieren, zu verschieben oder abzulehnen (Nein sagen können!).
  • Das nüchterne Streichen von nebensächlichen, belastenden Verpflichtungen schafft mir die Freiräume für langfristige, vor allem strategisch wichtige B-Aufgaben, die mir mittelfristig Entwicklungsmöglichkeiten schaffen kann.

Selbstverantwortliche Lebensplanung

Wer von sich selbst eine optimale Leistung fordert, sollte auch bereit sein, über das berufliche Zeitmanagement hinaus, sein Privatleben so zu gestalten, dass er den voraussehbaren Belastungssituationen vorbeugend begegnen kann und weniger stressanfällig wird. Ich setze zum Beispiel meine Prioritäten in der Freizeitgestaltung so, dass ich einen gesunden körperlichen Ausgleich zur Arbeit finde, ohne mir zusätzlichen psychischen Druck zu machen.

In der Praxis heißt das für mich, dass ich zum Beispiel vor Persönlichkeitstrainings, die meine ganze Konzentration erfordern, meine Ausgeglichenheit durch Entspannung, Massagen sowie körperlicher und mentaler Fitness stärke – gesellschaftlich anstrengende Veranstaltungen aber bewusst meide, um nicht im Vorfeld durch Alkoholkonsum oder wenig Schlaf belastet zu werden. Ich reise zu Seminaren grundsätzlich am Vorabend an, um ausgeschlafen und frei von Ablenkung den Arbeitstag beginnen zu können.

Viel Schlaf, eine gesunde Ernährung (nikotinfrei und alkoholreduziert) sind für mich ebenso wichtig wie regelmäßiger Sport, um die zwangsläufigen Stresshormone auf gesundem Wege abbauen zu können. Vieles, auf das ich durch meinen Beruf verzichten muss, wie freie Wochenenden oder Freizeit mit der Familie, das hole ich im Urlaub nach. Durch die seminarfreien Wochen zum Jahreswechsel und in den Sommermonaten. Dann nehme ich mir die Freiheit, meine “Überstunden” am Urlaubsort abzufeiern, wo ich unabhängig von beruflichen Zwängen einen ganz persönlichen Lebensrythmus genieße. Hier schöpfe ich dann die Kraft, daheim wieder 100% geben zu können.

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