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Wie (er)kenne ich meine Gefühle? Drucken E-Mail
Angst, Freude, Trauer, Wut, Scham, Stolz - wir alle kennen diese Gefühle, die uns täglich begleiten, die uns beeinflussen, uns beflügeln oder bremsen, die zur Lust oder zur Last werden können.
Gefühle haben einen großen Einfluss auf unser Leben. Und obwohl wir viele Gefühle kennen und erlebt haben, ist es im Alltag nicht leicht, sie wahrzunehmen und genau zu differenzieren. Gefühle sind im Gegensatz zu konkreten Gedanken oft diffus und unklar, wie eine Wolke, die ständig Form und Farbe ändert.

Oft erleben wir eine spontane körperliche Reaktion, ohne zunächst die Ursache zu erkennen: Wir haben plötzlich Bauchschmerzen, bekommen Herzklopfen, Tränen schießen in die Augen, wir werden rot oder haben schlechte Laune. Unbewusste Reaktionen auf tiefe innere Gefühle - für viele Menschen unangenehme oder unerträgliche Situationen.

Denn wer die Ursachen seiner Gefühle nicht versteht, fühlt sich leicht als deren Opfer. Wer aber in den eigenen Gefühlen den Gegner sieht und diese versucht zu unterdrücken, nimmt sich selbst die wichtigste Entscheidungshilfe und die bedeutendste Energiequelle, die er besitzt.

Das feine Nervengeflecht unseres Bauches, das für viele unserer Gefühle verantwortlich scheint, hat offensichtlich Zugang zu unserem Unterbewusstsein, zu Urängsten und Grundbedürfnissen und schöpft damit aus einem weit größeren Pool an Informationen als unser Verstand (vergl. GEO 11/2000).

Seine Gefühle unterdrücken heißt, auf große Teile unseres kollektiven Wissens zu verzichten. Wer die Warnung seines Bauches unterdrückt, wer seine Angst nicht spüren will, wird häufig Fehlentscheidungen treffen. Wer sein Herzklopfen überhört und Freudengefühlen misstraut, wird die besten Chancen seines Lebens verpassen.

Die eigenen Gefühle erkennen und unterscheiden zu lernen ist der erste Schritt auf dem Weg zu einer hohen emotionalen Intelligenz. Die Ursachen von Emotionen zu begreifen, heißt sich selbst erkennen und zu akzeptieren. Und das führt zur Stärkung Ihres Selbstbewusstseins.

Mein Tipp: Sprechen Sie so oft wie möglich über Ihre Gefühle. Versuchen Sie gegenüber Freunden Ihre Gefühle genau zu beschreiben. Auf der Suche nach den richtigen Worten werden Sie Ihre Gefühle immer besser differenzieren lernen und deren Ursachen immer klarer erkennen.

Und: Haben Sie keine Angst, offen und ehrlich zu sein. Je ehrlicher und authentischer Sie sich geben, desto mehr Verständnis werden Sie in der Regel bei Ihrem Gesprächspartner finden, denn er wird sich in Vielem wiedererkennen.

Denken Sie daran: Sich seiner Gefühle selbst_bewusst_sein, schafft SelbstBewusstSein. Und echtes Selbstbewusstsein ist das Fundament jedes persönlichen Erfolges.
 
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