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Motivation: Die eigenen Gefühle nutzen Drucken E-Mail
Wir kennen alle die Situation: Sie haben sich ein Ziel gesteckt, das Ihnen viel bedeutet, das Ihnen viel Freude verspricht. Sie arbeiten daran, das Ziel zu erreichen, investieren Zeit, Energie und Gefühle. Und dann stellen Sie fest, so wie Sie sich das vorgestellt haben, funktioniert es nicht, Sie treffen auf Widerstände oder haben die Aufgabe unterschätzt. Sie sind enttäuscht.

Eine ganz alltägliche Geschichte. Denn unser Handeln, unsere Aktivitäten haben alle nur ein Ziel: die Befriedigung unserer Bedürfnisse. Wenn aber diese Bedürfnisse nicht erfüllt werden, sind wir frustriert. Das geht jedem so. Wir unterscheiden uns nur in der Art und Weise, wie wir mit dieser Frustration umzugehen gelernt haben - wie gut unsere Frustrationstoleranz entwickelt ist.

"Der wesentliche Unterschied zwischen einem kleinen Kind und einem reifen Erwachsenen ist die Fähigkeit, Frustrationen über längere Zeit ertragen zu können," sagt Dr. Uwe Scheler. Das heißt, die Fähigkeit, die eigenen Bedürfnisse zurückstecken zu können, sich trotz Enttäuschungen und Rückschlägen immer wieder motivieren zu können, ist ein entscheidendes Anzeichen für Persönlichkeitsreife und Emotionale Kompetenz.

Alle erfolgreichen Menschen haben eines gemeinsam: Sie geben nicht auf, sondern verfolgen ihre Ziele mit Ausdauer, Konzentration und hohem Engagement. Sie sind Kämpfernaturen, die Rückschläge nicht nur wegstecken, sondern sie als zusätzliche Herausforderung verstehen. Sie sind Optimisten, die um so motivierter sind, je größer die Probleme sind, denen sie sich gegenüber sehen.

Hoch motivierte Menschen besitzen die Fähigkeit, negative Gefühle abzulegen und aus jeder Aufgabe Lustgewinn und Befriedigung zu ziehen. Sie verstehen es, sich auch auf unangenehme Tätigkeiten einzulassen und sie als Herausforderung zu sehen. Ihre positive Einstellung gibt ihnen die Kraft, mehr zu leisten als andere und ihre persönlichen Energiereserven zu nutzen.

Hoch motivierte Menschen sind aber auch gute Strategen. Sie strukturieren ihre Aufgaben in kleinere Etappen, um sich durch das Erreichen der Teilziele immer wieder neu zu bestätigen und daraus neue Kraft zu schöpfen. Sie verzeihen sich Misserfolge und sind immer flexibel genug, Handlungen und Entscheidungen zu revidieren und veränderten Bedingungen anzupassen.

Aber wie lernt man, sich zu motivieren? Wie schafft man es, die kleinen alltäglichen Enttäuschungen in positive Gefühle zu verwandeln und immer genügend Kraft zu verspüren?

Tipp 1: Das aller Wichtigste ist: Denken Sie positiv! Wenn Sie zu Selbstmitleid neigen und sich gerne angestrengt und überfordert fühlen, ändern Sie Ihre Sichtweise! Lernen Sie, Anstrengungen nicht als Last und Quälerei sondern als Möglichkeit der Energiequelle zu sehen! Jede Anstrengung birgt die Chance der Bestätigung in sich. Und jede Bestätigung gibt Ihnen zusätzliche Kraft für neue Aufgaben.

Danken Sie jeder Herausforderung, sie ist eine Chance, Selbstvertrauen zu entwickeln! Die Erfüllung eines Wunsches ist im Augenblick der Erfüllung wenig befriedigend. Weit mehr Kraft und Freude schöpfen Sie aus dem Prozess des Leistens. Ein Wunsch für den Sie sich besonders anstrengen müssen wird Ihnen später viel wertvoller erscheinen, als das, was Ihnen geschenkt wurde.

Tipp 2: Wie alles ist auch Motivation eine Frage des Trainings. Jede Art von Sport ist deshalb ein gutes Übungsfeld, Engagement und Ehrgeiz zu entwickeln, Ausdauer zu trainieren und Befriedigung und Bestätigung zu erfahren. Suchen Sie sich eine Sportart, die Ihnen besonders viel Freude macht. Versuchen Sie langsam, Ihre körperlichen und mentalen Grenzen auszuloten und vorsichtig zu überschreiten. Sie werden erleben, dass Sie zu unglaublichen Leistungen fähig sind, wenn Sie Ihre Bequemlichkeit überwinden lernen. Machen Sie es sich zur Gewohnheit, sich für jeden kleinen Erfolg zu belohnen und lernen Sie, sich Niederlagen zu verzeihen. 

Und: Setzen Sie sich Ihre Ziele nicht zu hoch. Wer sich vornimmt, an einem Marathonlauf teilzunehmen wird nicht sofort anfangen, 42 km zu laufen. Er wird mit Kurzstrecken beginnen und langsam seinen Körper an die Belastung heranführen. Und wer sich vornimmt, den Marathonlauf zu gewinnen, wird nicht ankommen, weil er mit diesem Anspruch nicht mehr in der Lage ist, seine Energie richtig einzuteilen. Überdenken Sie, ob Sie immer siegen müssen. Ist es nicht wichtiger, im Rahmen Ihrer Fähigkeiten an Leistungsfähigkeit zu gewinnen?
 
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