Das Erfolgsteam für Emotionalität im Management

Cit-Consult.de
Startseite arrow Wissen arrow Persönlichkeit arrow Die Führungskraft als Dompteur der Emotionen
Startseite
Wissen
Persönlichkeit
Leben-Beruf-Karriere
Organisation und Führung
Definitionen
Buch-Tipps
Musik-Tipps
Presseartikel
EQ-Newsletter
Seminare
Vorträge
Coaching
Organisationsentwicklung
Institut
EmotionBlog

Suche

RSS 0.91
RSS 1.0
RSS 2.0
ATOM 0.3
OPML
Die Führungskraft als Dompteur der Emotionen Drucken E-Mail
 
ImageFür ein gutes Team braucht es unterschiedliche, sich ergänzende Persönlichkeiten: Kreative und Praktiker, Extra- und Introvertierte, Analytiker und Überzeugte, Strukturierte und Flexible. Wenn Sie solch unterschiedliche Menschen aber unkontrolliert aufeinander loslassen, wird das unweigerlich zu Konflikten führen, weil ganz widersprüchliche Wertevorstellungen und Lebenseinstellungen aufeinander prallen. Für jede Führungskraft ist das eine ganz besondere Herausforderung. Sie steht in der permanenten Anforderung, zwischen den gegensätzlichen Charakteren vermitteln zu müssen und für eine konstruktive Arbeitsatmosphäre zu sorgen.
 
Die erfolgreichsten Teams, die ich in meiner Zeit als Führungskraft leitete, waren mit so unterschiedlichen Personen besetzt, dass eine latente kreative Gereiztheit herrschte, die es zu bändigen galt. Manchmal fühlte ich mich wie ein Dompteur, der mit Raubkatzen, Bären und Huftieren eine gemeinsame Zirkusnummer probte. Meine Aufgabe bestand zum überwiegenden Teil darin, für gute Stimmung und gegenseitige Toleranz zu sorgen. Solange mir das gelang, entwickelte sich aus den Widersprüchlichkeiten eine enorme Leistungsbereitschaft und Dynamik. Jeder übernahm die Verantwortung für seine Kompetenzen und war stolz darauf, den anderen hier voraus zu sein. Es entstand ein permanenter Wettbewerb um den Einfluss an der gemeinsamen Idee. Alles, was wir anpackten, wurde zum Erfolg und der half uns wiederum, die latenten Konflikte im Zaum zu halten.
 
Ich erinnere mich dabei an eine Situation, in der sich zwei Mitarbeiter meines Teams regelmäßig in der Wolle hatten. Fast täglich kam es zu lauten Auseinandersetzungen zwischen beiden, in denen es um die mangelnde Koordination ihrer Arbeitsabläufe ging.
 
Obwohl ich sie schon mehrfach ermahnt hatte, waren die beiden nicht in der Lage, ihren Konflikt allein zu lösen. Die schlechte Stimmung wirkte sich langsam auf das gesamte Team aus. Um die Arbeitsleistung nicht zu gefährden, mussten wir uns mit dem Thema intensiver auseinandersetzen.
 
Im gemeinsamen Gespräch wurden die gegenseitigen Vorwürfe deutlich: Der eine fühlte sich vom anderen kontrolliert und in seiner kreativen Arbeitsweise behindert. Der andere beschwerte sich, dass Absprachen und Ordnungsprinzipien nicht eingehalten und so ein reibungsloses Zusammenarbeiten erschwert bzw. unmöglich wurde. Als Beispiel führte er den Fall auf, dass sein kreativer Kollege seinen Dateien Nonsens-Titel gab, die er selbst nicht identifizieren und zuordnen konnte. So kam es zu Fehlzeiten, weil er vergebens nach Daten suchen musste.
 
Mir wurde schnell klar, dass es nicht ausreichen würde, Ermahnungen auszusprechen oder verschärfte Anweisungen durchzusetzen. Hier war es notwendig, der Sache auf den Grund zu gehen und in die Einstellung und Teamfähigkeit der Mitarbeiter zu investieren.
 
Kurzerhand improvisierte ich einen Teamworkshop für den kommenden Freitag. Neben einigen gruppendynamischen Spielen zur Entwicklung des Veranwortungsbewusstseins analysierte ich auch die individuellen Werte-Einstellungen jedes Teammitgliedes, um sie miteinander zu vergleichen.
 
In der Gegenüberstellung fiel es allen wie Schuppen von den Augen: Unser kreativer Kollege hatte dem Wert „Freude” erste Priorität gegeben, während „Sicherheit” an vorletzter Stelle stand. Er war Sohn wohlhabender Eltern, Auto und Wohnung wurden vom Vater bezahlt. Er empfand die notwendige Anpassung an seine Kollegen als eine Beschneidung seiner Grundwerte.
 
Sein ordnungsliebender Kollege dagegen hatte „Sicherheit” auf Platz 1 gewählt und „Freude” stand für Ihn auf Platz 16 oder 17. Er war verheiratet und hatte zwei kleine Kinder. In der Vergangenheit war ihm zwei mal kurz hintereinander in der Probezeit gekündigt worden. Er empfand das Verhalten seines Kollegen als einen Angriff auf seine Sicherheitsbedürfnis. Für den Wunsch nach Spaß hatte er wenig Verständnis.
 
Aus den unterschiedlichen Historien beider Mitarbeiter wurde für alle die konträre Einstellung und die gegensätzliche Bewertung ihres Handelns verständlich. Aus der Einsicht unseres Kreativen in die Notwendigkeit von Ordnungsprinzipien konnte unser verlässlicher Mitarbeiter die Sicherheit gewinnen, seinem Kollegen mehr kreativen Freiraum zu lassen. Beide waren in der Lage, die Verletztheit des anderen nachzuvollziehen, erkannten dahinter aber auch die wertvollen Qualitäten für das gemeinsame Arbeiten.
 
An diesem Fall wurde mir bewusst, wie unterschiedlich wir Menschen doch sind und welche Bedeutung unsere emotionalen Werte für unser Handeln besitzen. Um Mitarbeiter in ein Team zu integrieren, genügt es nicht, sie auf der sachlichen Ebene anzusprechen. Ich muss versuchen, sie auf der emotionalen Ebene zu erreichen. Das heißt, ich muss die unterschiedlichen Wertevorstellungen erkennen und hier an der Einstellung der Mitarbeiter ansetzen.
 
Fünf wichtige Entwicklungsschritte konnte ich dabei beobachten:
  1. Selbsterkenntnis: Die Erkenntnis der eigenen Bedürfnisse und Werte gibt den Mitarbeitern Verständnis für ihre eigenen Emotionen. Die Faustregel: Wut und Enttäuschung sind ein Zeichen, dass Grundwerte verletzt wurden.
  2. Verstehen: Die Einsicht, dass mein Mitarbeiter andere Erfahrungen und ein anderes Weltbild hat als ich, lässt mich verstehen, dass er nach anderen Bedürfnissen und Werten lebt und sich demgemäß auch anders verhält.
  3. Neubewerten: Aus dem Wissen heraus, dass das Verhalten meines Mitarbeiters kein Angriff auf meine Person, sondern logische Folge seiner persönlichen Geschichte ist, ermöglicht mir eine tolerante Neubewertung des mir fremden Verhaltens.
  4. Kooperieren: Erst aus der gewonnen Toleranz heraus kann ich ehrlich auf den anderen zugehen und mein Handeln auf meinen Kollegen einstellen.
  5. Sich entwickeln: Das bewusste Handeln schafft für alle Beteiligten konstruktive Erfahrungen, die zu persönlichem Wachstum führen: Ich erkenne, dass meine Ängste vor Werteverletzung unberechtigt sind, kann eventuell überzogene Vorstellungen (wie Freude oder Sicherheit) relativieren und kompetenter mit meinen Kollegen umgehen.
 
Die Arbeit einer Führungskraft im Team erfordert häufig die Qualitäten eines Trainers, der durch Anreize, Feedbacks und ständige neue Herausforderungen die Gruppendynamik fördert, sowie Mut, Offenheit, Vertrauen und Leistungsfähigkeit entwickelt. Aber er sollte Polarisierungen und Cliquenbildung zu verhindern suchen und aufflammende Konflikte schon im Keim erstickt. Von Projekt zu Projekt wächst die Arbeitsgruppe langsam zu einem Team zusammen, das füreinander durchs Feuer geht. Nach dem Motto: Alle für einen, einer für alle.
 
Für viele Mitarbeiter ist Teamentwicklung eine ebenso schmerzhafte wie lohnende Erfahrung. Die Egozentriker müssen ihre Ich-Bezogenheit überwinden und die Duckmäuser müssen aus der Reserve kommen, um von Einzelkämpfern zu Teamplayern zu wachsen. Erst wenn sich die Mehrheit der Kollegen bedingungslos einbringt, entsteht diese Dynamik der gegenseitigen Motivation, die zu einer Euphorie und Leistungssteigerung führt, die echte Teamarbeit ausmacht: Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile!
 
von Michael Blochberger
 
 
 
 
 
< zurück   weiter >
[ Zurück ]
Informationsanfrage infoanfrage
Newsletter bestellen
newsletterabo

Populäre Seiten

  • Mit Gefühl zu mehr Erfolg - Emotionale Intelligenz
  • Lachend gewinnen
  • Humorvoll Führen
  • Führungsfrage — Was machen Frauen anders?
  • Über den Umgang mit Rivalität und Moral im Beruf
  • Heute ist ein schlechter Tag - heute schaff ich dennoch was!
  • Ein unseriöses Angebot und seine Folgen
  • Konkurrenz und Kooperation am Arbeitsplatz
  • Der Weg zur authentischen Führungskraft
  • Das Innere Team

Ähnliche Seiten

  • Emotionale Intelligenz
  • Vorträge
  • EQ-Newsletter Nr. 56, Emotionen am Arbeitsplatz
  • Coaching
  • Teamcoaching
  • Existenzgründungs-Coaching
  • Personalbewertung
  • Führung und Persönlichkeit
  • Qualitätskriterien
  • Institut
  • Partner/Links
  • Impressum
  • Seminare
  • Mit Gefühl zu mehr Erfolg - Emotionale Intelligenz
  • Die Macht der Katastrophen-Macher
  • Der Weg zur authentischen Führungskraft
  • Lachend gewinnen
  • Humorvoll Führen
  • Offene Trainings
  • EQ-Test
  • Organisationsentwicklung
  • Stimmungsanalyse
  • Profilanalyse CorPS®
  • Leitbildentwicklung
  • Teamentwicklung
  • Teamanalyse TeamPuls®
  • Konfliktmanagement
  • Firmeninterne Seminare und Workshops
  • Flexibilität und Belastbarkeit stärken
  • In Verantwortung delegieren
  • Kommunikation in Konflikten
  • Führungskompetenz
  • Stressmanagement
  • Emotionale Intelligenz
  • Kooperationen
  • Aktuelle Termine
  • Existenzangst oder Die Last erwachsen zu werden
  • Ja-aber! Das schönste aller Ränkespiele, um sich vor der Verantwortung zu drücken
  • Mikropolitik: Die alltäglichen „Machenschaften“ von uns allen
  • Die Macht destruktiver Glaubenssätze
  • Emotionale Intelligenz: Das neue Wissen von der Ohnmacht des Verstandes
  • Konsequent, aber herzlich
  • Das Geheimnis von Ausstrahlung und Präsenz
  • Den eigenen Charakter verstehen
  • Der Witz als Chance zur Selbsterkenntnis
  • Ausbildung zum Humor-Coach
  • Ohne Authentizität kein Vertrauen
  • Verflixt authentisch
  • Die 3 Dimensionen von Disziplin
  • Konkurrenz und Kooperation am Arbeitsplatz
  • EQ-Newsletter Nr. 46
  • Persönlichkeit und Aggression Teil 1: Der Choleriker
  • Souveränität und Charisma
  • Stress als Chance
  • Stress als Spiegel der Persönlichkeit
  • Neue Wege zum guten Gefühl
  • Stress lass nach! So programmieren Sie sich neu!
  • Mit der Kraft der Fantasie zur eigenen Vision
  • Lust und Leistung — Mit Spaß zu mehr Stresstoleranz
  • Authentizität im Management
  • Am Ende der Wahrheit bleibt der Wunsch nach Authentizität
  • Stressbewältigung: Alles Kopfsache
  • Humor als spiritueller Weg
  • Erholungs-Belastungs-Fragebogen (EBF)
  • Michael Blochberger
  • So streiten Sie richtig!
  • ÜberLebensZeit, Teil 1: Sinn, Werte und Wandel
  • Innovation und Kreativität
  • So delegieren Sie erfolgreich!
  • Den passenden Mitarbeiter einsetzen
  • Heute ist ein schlechter Tag - heute schaff ich dennoch was!
  • Empathie: Auf andere Menschen besser eingehen
  • Arbeit, Urlaub, Emotionen - Wie Sie den Urlaub zur Selbstfindung nutzen können
  • ÜberLebensZeit, Teil 2: Neue Ideen entstehen aus Krisen
  • Mobbing – Zeitgeist oder Mangel an Kultur?
  • Emotionale Intelligenz - Was steckt dahinter?
  • Über den Umgang mit Rivalität und Moral im Beruf
  • Ein unseriöses Angebot und seine Folgen
  • Mit Spaß zur Selbstdisziplin
  • Das Innere Team
  • Gelöste Gelassenheit
  • Selbstführung als Grundlage Sozialer Kompetenz
  • Sich selbst erkennen, sich selbst vertrauen
  • Konflikte, die es Wert sind - Werte bestimmen unsere Persönlichkeit
  • Anleitung zum Unglücklichsein
  • Persönlichkeitsentwicklung
  • Mein Gott, ist der Kleine schon selbstbewusst!?
  • Selbstachtung: Die Quelle für Menschlichkeit und Leistungsfreude
  • Das Gute an der Krise
  • Plädoyer für Überzeugungstäter
  • Die Folgen emotionaler Dummheit
  • Ohne Überzeugung ist Veränderung Kampf
  • BeGEISTERung
  • Wölfe im Schafspelz?
  • Cool bleiben – oder Empathie zeigen?
  • Mit Empathie zu mehr Verständnis
  • Empathie macht Liebe
  • Hurra, wir leben noch!
  • Respekt oder Vertrauen – ein Status-Konflikt
  • Wie Sie Ihrem Wort Geltung verleihen - Glaubwürdigkeit
  • Sympathie und Antipathie – die Spiegel meiner selbst
  • Zuhören wie Momo
  • Momo
  • Wie Sie Ihrem Wort Geltung verleihen - Führung
  • Selbstmanagement: In der Krise die eigene Mitte finden
  • Wie Sie Ihrem Wort Geltung verleihen - Unvoraussagbarkeit
  • Auf der Suche nach dem Glück
  • Yes we can: Der Glaube an uns selbst
  • Führen mit Zielen
  • Persönlichkeit und Ausstrahlung: Wer träumt nicht vom eigenen Charisma?
  • Keine Führung ohne Emotionalität
  • Erinnerungen: Wie Emotionen uns steuern
  • Angst und Freude als Motivationsfaktoren
  • Die Neugier am Mitmenschen
  • Vom Schielen bleiben die Augen stehen!
  • Die Führungskraft als Förderer und Coach
  • Präsent sein – Nicht weniger als 100%!
  • Wenn Führungskräfte aufs Pferd kommen
  • Das Gefühl für Strategisches Denken
  • Die Kraft der freien Entscheidung
  • Der Hass der Unzufriedenen
  • 30 Geheimnisse des begehrenswerten Mannes
  • Der Mann auf der Suche nach seiner Männlichkeit
  • Ich verstehe, wie du dich fühlst
Login | Impressum | Kontakt | Sitemap | Suche

© 2010 CIT Consult | Das Erfolgsteam für Emotionalität im Management