Das Erfolgsteam für Emotionalität im Management

Cit-Consult.de
Startseite arrow Wissen arrow Persönlichkeit arrow Die 3 Dimensionen von Disziplin
Startseite
Wissen
Persönlichkeit
Leben-Beruf-Karriere
Organisation und Führung
Definitionen
Buch-Tipps
Musik-Tipps
Presseartikel
EQ-Newsletter
Seminare
Vorträge
Coaching
Organisationsentwicklung
Institut
EmotionBlog

Suche

RSS 0.91
RSS 1.0
RSS 2.0
ATOM 0.3
OPML
Die 3 Dimensionen von Disziplin Drucken E-Mail
 
Image “Dir geht das doch viel leichter von der Hand als mir,” stöhnt eine gute Freundin, “du bist immer so diszipliniert!” Diszipliniert, denke ich, das klingt irgendwie nach deutscher Tugend, nach Gehorsam und Quälerei. Ist das wirklich eine Stärke von mir? Im Moment kann ich mir diese Frage nicht wirklich beantworten: Einerseits habe ich selten Probleme, meine Verpflichtungen zu erfüllen. Andererseits fallen mir mehrere Beispiele ein, bei denen es mir deutlich an Disziplin mangelt. Das macht mich neugierig, der Sache auf den Grund zu gehen....
 
Zu allen schönen Dingen im Leben, die mir besonders Spaß machen, benötige ich keine Disziplin: Ein spannendes Buch lesen, mit Freunden gemeinsam Kochen oder Gartenarbeit in der Kanarischen Sonne. Da drängen keine Termine. Das ist unabhängig von Ziel und Zeit. Da handle ich nach kindlicher Lust und Laune. Und wenn es langweilig wird, tue ich etwas anderes. Das fließt von allein. Ganz ohne Disziplin.
 
Disziplin heißt, Dinge zu tun, auch wenn es keinen Spaß macht: Notwendige Pflichten erfüllen. Konsequent die Aufgaben verfolgen, die man sich gesetzt hat. Den inneren Schweinehund überwinden, um ein höheres Ziel zu erreichen.
 
STOPP! Dahinter verbergen sich doch ganz unterschiedliche Ansprüche an meine Selbstkontrolle, oder? Hier sollte ich differenzieren, um weiter zu kommen.
 
1. Einsicht ins Notwendige
 
Da sind zunächst die lästigen Pflichten des Alltags, die getan werden müssen, wenn man sich das Leben erträglich machen will: Zähne putzen, den Müll raus bringen oder Hemden bügeln. Alles Dinge, die wir aus Vernunft tun, um nicht stinkend und ungepflegt zu verkommen.
 
Obwohl ich Hemden bügeln hasse, stelle ich mich 10 Minuten vor ‘Abflug’ ans Bügelbrett und bedämpfe den Stoff ohne zu murren. Die Norm, mit einem frischen Hemd zu erscheinen, habe ich akzeptiert. Das gibt mir auch die Disziplin, es durchzustehen. Ja, ich verspüre sogar eine gewisse Befriedigung, wenn ich mich dabei nicht verbrenne.
 
Anders ist es bei Normen, deren Wert ich für mich nicht akzeptieren will: Jeden Abend den Schreibtisch aufräumen, jede Woche den Rasen mähen oder Ansichtskarten aus dem Urlaub schreiben. Zu solcherart Pflichterfüllung fehlt mir der Sinn, wohl weil ich Klischees zu meiden suche. Hier handle ich lieber nach Lust und Laune oder wenn es nicht mehr anders geht.
 
Aber ich bin erwachsen genug, die sinnvollen Pflichten von den unwichtigen zu unterscheiden. Wirklich undisziplinierten Menschen gelingt das schon im Ansatz nicht. Ihnen fehlt es an dem Willen und der Bereitschaft, äußere Erwartungen zu erfüllen. Oft lehnen sie gesellschaftliche Normen grundsätzlich ab und erkennen den persönlichen Nutzen darin nicht. Der Wunsch, dass alles Spaß machen muss, hindert sie daran, erwachsen zu werden.
 
2. Verzicht zugunsten höherer Ziele
 
Disziplin wird allgemein als Schlüsselqualifikation der Emotionalen Intelligenz verstanden. Schon Daniel Goleman beschreibt in seinem ersten Buch den ‘Marshmallow-Test’ aus den sechziger Jahren, in dem vierjährige Kinder aufgefordert wurden, bis zur Rückkehr der Aufsichtsperson auf den Genuss eines Bonbons zu verzichten. Wer das durchhielt, wurde mit einem zweiten Bonbon belohnt.
 
Die Entwicklung der Kinder wurde bis zum Hochschulabschluss beobachtet. Dabei stellte sich heraus, dass die Kinder, die sich diszipliniert gezeigt hatten und zugunsten des höheren Zieles von 2 Marshmallows zunächst auf den Genuss verzichteten, im Schnitt weit bessere Noten bekamen, sich besser konzentrieren konnten und eine erfolgreichere Karriere starteten.
 
Freiwillig auf Angenehmes zu verzichten, um höhere Ziele zu erreichen, ist für mich die zweite Dimension der Disziplin. Wenn ich besondere Ansprüche an mich stelle, kann ich diese nur umsetzen, wenn ich es verstehe, meine einfachen Bedürfnisse zu beherrschen und zurückzustellen.
 
Die Planung eines Umbaus, die intensive Vorbereitung eines Seminars oder das Schreiben dieses Artikels gelingen mir nicht, ohne totale Konzentration, das Verschieben von Mahlzeiten oder den Verzicht auf Freizeit.
 
Die Kraft zur Selbstüberwindung ziehe ich dabei aus meiner Vorstellungskraft von der späteren Freude und Erfüllung am Ergebnis. Der Anspruch an meine Arbeit wertet diese auf und gibt ihr den notwendigen Sinn. Diese Sinnhaftigkeit wird so zur Energiequelle für ein Mehr an Leistung.
 
Die Fähigkeit zur Entwicklung von Werten und Visionen ist vielleicht die wichtigste Voraussetzung von Disziplin. Wer diese Vorstellungskraft nicht besitzt, wird keinen Grund erkennen, auf den kurzfristigen Genuss zu verzichten. Er wird die Zeit und Energie vergeuden für Nebensächlichkeiten und seine Ziele schwer erreichen.
 
3. Spannung für die ganz großen Dinge
 
Eine ganz andere Größenordnung von Disziplin benötigen wir, wenn es darum geht, komplexe Aufgaben, die nur über einen längeren Zeitraum realisierbar sind, umzusetzen: Monate lang für einen Marathonlauf trainieren, richtig gut Gitarre spielen lernen oder ein Buch schreiben, das fällt mir wirklich schwer. Dazu braucht es neben einer dauerhaften Selbstüberwindung noch weiterer unterstützender Kompetenzen, um die Disziplin aufrecht zu erhalten. Sicher lohnt es sich, einmal genauer hinzuschauen, um mögliche Entwicklungspotentiale zu erkennen.
 
• Planen und Strukturieren.
 
Langfristige Ziele bedürfen einer guten Organisation, um nicht zu scheitern. Die einzelnen Schritte müssen gut geplant werden und korrekt aufeinander aufbauen. Zur Vorbereitung auf einen Marathonlauf muss zum Beispiel ein exakter Trainingsplan aufgestellt werden, um die Leistungsfähigkeit langsam zu steigern. Auf dem Weg zum Ziel werden Messpunkte festgelegt, damit der Zwischenstand des Projektes kontrollierbar wird. Das erfordert Klarheit und Übersicht, aber das sind Eigenschaften, die mir durchaus liegen.
 
• Zur Priorität machen.
 
Große Dinge benötigen viel Zeit und einen dauerhaften Input, um die Spannung und das Interesse an der Sache zu erhalten. Das geht nur, indem man regelmäßige Arbeitszeiten für das Projekt einplant und diesen eine hohe Priorität gibt. Wer sich von anderen Aufgaben ablenken lässt und geplante Zeitfenster anders nutzt, wird schnell den roten Faden verlieren. Das heißt, ich muss auch bereit sein, andere Verpflichtungen einzuschränken oder zurückzustellen. Ich stelle für mich fest, dass ich für einen Marathonlauf nicht bereit bin, andere Interessen hinten anzustellen.
 
• Freude an den kleinen Erfolgen.
 
Bei großen Projekten, ist es wichtig, kleine Zwischenziele zu schaffen, deren Erreichen immer wieder Bestätigung und Motivation gibt für die nächste Etappe. Sich an den kleinen Schritten zu freuen und nicht immer auf das ferne Ziel zu schauen ist dabei eine wichtige Fähigkeit, die mir schwer fällt. Oft sind meine Ansprüche und meine Ungeduld zu hoch, als dass ich mich bestätigt fühle, wenn ich nach wochenlangem Engagement erst einen Bruchteil erreicht habe. Mehr Bescheidenheit und Demut wären notwendig, um die kleinen Erfolge mehr genießen zu können.
 
• Widerstände bewusst machen.
 
Selbst Projekte, die uns wichtig und sinnvoll sind, für die wir viel Zeit investieren und mit Freude die kleinen Schritte beobachten, bleiben manchmal auf der Strecke, ohne dass wir wissen warum. Dann bleibt nur der Tipp, die persönliche Einstellung, die sich eventuell widersprechenden inneren Stimmen zu hinterfragen. Warum wehre ich mich gegen das Projekt? Was hindert mich daran? Wovor habe ich zu viel Respekt?
 
Wenn ich mein inneres Team frage, warum es mit meinem Buch nicht weiter geht, dann höre ich verschiedene Stimmen, die sich nicht einig sind: Der Sponti sagt: Langwierige Arbeit macht mir keinen Spaß. Der Ehrgeizige meint: Ein solches Buch würde uns viel Publicity bringen. Der Kritiker meint: Es ist schon alles zu diesem Thema geschrieben worden. Und der Sensible in mir meldet sich: Genug der Disziplin, du hast schon genug Stress!
 
Manchmal ist es doch ganz gut, seine Disziplin auch infrage zu stellen.
 
 
von Michael Blochberger 
 
 
 
< zurück   weiter >
[ Zurück ]
Informationsanfrage infoanfrage
Newsletter bestellen
newsletterabo

Populäre Seiten

  • Mit Gefühl zu mehr Erfolg - Emotionale Intelligenz
  • Lachend gewinnen
  • Humorvoll Führen
  • Führungsfrage — Was machen Frauen anders?
  • Über den Umgang mit Rivalität und Moral im Beruf
  • Heute ist ein schlechter Tag - heute schaff ich dennoch was!
  • Ein unseriöses Angebot und seine Folgen
  • Konkurrenz und Kooperation am Arbeitsplatz
  • Der Weg zur authentischen Führungskraft
  • Das Innere Team

Ähnliche Seiten

  • Emotionale Intelligenz
  • Vorträge
  • EQ-Newsletter Nr. 56, Emotionen am Arbeitsplatz
  • Coaching
  • Teamcoaching
  • Existenzgründungs-Coaching
  • Personalbewertung
  • Führung und Persönlichkeit
  • Institut
  • Seminare
  • Mit Gefühl zu mehr Erfolg - Emotionale Intelligenz
  • Die Macht der Katastrophen-Macher
  • Der Weg zur authentischen Führungskraft
  • Lachend gewinnen
  • Humorvoll Führen
  • Offene Trainings
  • EQ-Test
  • Organisationsentwicklung
  • Stimmungsanalyse
  • Profilanalyse CorPS®
  • Leitbildentwicklung
  • Teamentwicklung
  • Konfliktmanagement
  • Firmeninterne Seminare und Workshops
  • Flexibilität und Belastbarkeit stärken
  • In Verantwortung delegieren
  • Kommunikation in Konflikten
  • Führungskompetenz
  • Stressmanagement
  • Emotionale Intelligenz
  • Kooperationen
  • Aktuelle Termine
  • Existenzangst oder Die Last erwachsen zu werden
  • Ja-aber! Das schönste aller Ränkespiele, um sich vor der Verantwortung zu drücken
  • Mikropolitik: Die alltäglichen „Machenschaften“ von uns allen
  • Die Macht destruktiver Glaubenssätze
  • Die Führungskraft als Dompteur der Emotionen
  • Emotionale Intelligenz: Das neue Wissen von der Ohnmacht des Verstandes
  • Konsequent, aber herzlich
  • Das Geheimnis von Ausstrahlung und Präsenz
  • Den eigenen Charakter verstehen
  • Der Witz als Chance zur Selbsterkenntnis
  • Ausbildung zum Humor-Coach
  • Ohne Authentizität kein Vertrauen
  • Verflixt authentisch
  • Konkurrenz und Kooperation am Arbeitsplatz
  • EQ-Newsletter Nr. 46
  • Persönlichkeit und Aggression Teil 1: Der Choleriker
  • Souveränität und Charisma
  • Stress als Chance
  • Stress als Spiegel der Persönlichkeit
  • Stress lass nach! So programmieren Sie sich neu!
  • Mit der Kraft der Fantasie zur eigenen Vision
  • Lust und Leistung — Mit Spaß zu mehr Stresstoleranz
  • Authentizität im Management
  • Am Ende der Wahrheit bleibt der Wunsch nach Authentizität
  • Stressbewältigung: Alles Kopfsache
  • Humor als spiritueller Weg
  • Erholungs-Belastungs-Fragebogen (EBF)
  • Michael Blochberger
  • So streiten Sie richtig!
  • ÜberLebensZeit, Teil 1: Sinn, Werte und Wandel
  • So delegieren Sie erfolgreich!
  • Den passenden Mitarbeiter einsetzen
  • Heute ist ein schlechter Tag - heute schaff ich dennoch was!
  • Empathie: Auf andere Menschen besser eingehen
  • Arbeit, Urlaub, Emotionen - Wie Sie den Urlaub zur Selbstfindung nutzen können
  • ÜberLebensZeit, Teil 2: Neue Ideen entstehen aus Krisen
  • Mobbing – Zeitgeist oder Mangel an Kultur?
  • Emotionale Intelligenz - Was steckt dahinter?
  • Über den Umgang mit Rivalität und Moral im Beruf
  • Ein unseriöses Angebot und seine Folgen
  • Mit Spaß zur Selbstdisziplin
  • Das Innere Team
  • Gelöste Gelassenheit
  • Selbstführung als Grundlage Sozialer Kompetenz
  • Sich selbst erkennen, sich selbst vertrauen
  • Konflikte, die es Wert sind - Werte bestimmen unsere Persönlichkeit
  • Anleitung zum Unglücklichsein
  • Persönlichkeitsentwicklung
  • Mein Gott, ist der Kleine schon selbstbewusst!?
  • Selbstachtung: Die Quelle für Menschlichkeit und Leistungsfreude
  • Das Gute an der Krise
  • Plädoyer für Überzeugungstäter
  • Die Folgen emotionaler Dummheit
  • Ohne Überzeugung ist Veränderung Kampf
  • BeGEISTERung
  • Wölfe im Schafspelz?
  • Cool bleiben – oder Empathie zeigen?
  • Mit Empathie zu mehr Verständnis
  • Empathie macht Liebe
  • Hurra, wir leben noch!
  • Respekt oder Vertrauen – ein Status-Konflikt
  • Wie Sie Ihrem Wort Geltung verleihen - Glaubwürdigkeit
  • Sympathie und Antipathie – die Spiegel meiner selbst
  • Zuhören wie Momo
  • Momo
  • Wie Sie Ihrem Wort Geltung verleihen - Führung
  • Selbstmanagement: In der Krise die eigene Mitte finden
  • Wie Sie Ihrem Wort Geltung verleihen - Unvoraussagbarkeit
  • Auf der Suche nach dem Glück
  • Yes we can: Der Glaube an uns selbst
  • Führen mit Zielen
  • Persönlichkeit und Ausstrahlung: Wer träumt nicht vom eigenen Charisma?
  • Keine Führung ohne Emotionalität
  • Erinnerungen: Wie Emotionen uns steuern
  • Angst und Freude als Motivationsfaktoren
  • Die Neugier am Mitmenschen
  • Vom Schielen bleiben die Augen stehen!
  • Die Führungskraft als Förderer und Coach
  • Präsent sein – Nicht weniger als 100%!
  • Wenn Führungskräfte aufs Pferd kommen
  • Die Null-Fehler-Gesellschaft
  • Das Gefühl für Strategisches Denken
  • Die Kraft der freien Entscheidung
  • Der Hass der Unzufriedenen
  • 30 Geheimnisse des begehrenswerten Mannes
  • Der Mann auf der Suche nach seiner Männlichkeit
  • Ich verstehe, wie du dich fühlst
Login | Impressum | Kontakt | Sitemap | Suche

© 2010 CIT Consult | Das Erfolgsteam für Emotionalität im Management