| Soziale Kompetenz - Lust an der gemeinsamen Sache |
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Nach einer Umfrage unter Personalverantwortlichen ist "Teamfähigkeit" das wichtigste Kriterium bei der Suche nach neuen Mitarbeitern. Und scheinbar ein Kriterium, das die wenigsten Bewerber ausreichend erfüllen. Warum sind viele Menschen nicht bereit, sich in Gruppen zu integrieren? Warum fällt es vielen so schwer, Lust an der gemeinsamen Sache zu entwickeln? Warum scheitern so viele an ihrem unsozialen Verhalten?
Die Erziehung in unserer Wohlstandsgesellschaft gibt jungen Menschen heute viel mehr Raum zur persönlichen Entfaltung als früher. Wir erziehen selbstbewusste und willensstarke Individuen und das ist gut so. Auf der anderen Seite scheinen aber Egozentrik und Intoleranz in der Gesellschaft zu wachsen, weil viele nicht gelernt haben, zu verzichten oder sich in Gemeinschaften einzufügen.
Wer aber nur an sich denkt, wer immer nur nimmt und nicht zu geben bereit ist, wer andere Meinungen nicht akzeptiert und sich als den Mittelpunkt der Welt sieht, ist noch nicht erwachsen. Jedes Zusammenleben, jede Beziehungen, jedes Team erfordert die Bereitschaft, aufeinander zuzugehen, sich anzupassen und Kompromisse zu schließen.
Soziale Kompetenz ist die Basis für jedes fruchtbare Zusammenleben. Das funktioniert aber nur, wenn jeder die Bereitschaft besitzt, seine persönlichen Interessen zumindest teilweise zu Gunsten der gemeinsamen Sache zurückzustellen. Diese Bereitschaft wird genährt von dem Wissen, dass ein Team mehr erreichen kann als der Einzelne, ja mehr als die Summe alle seiner Mitglieder.
Dazu braucht es vor allem Toleranz, denn nicht die Gleichheit, sondern die Vielfalt der Charaktere ist entscheidend für die Leistung einer Gruppe. Jedes Team braucht Kreative, Promoter, Arbeiter, Controller und Führer. Alle bringen unterschiedliche Fähigkeiten und Leistungen ein und sind für die Gruppe nützlich. Wenn sich diese Mitglieder in ihrer Vielseitigkeit gegenseitig anerkennen und sich als Gemeinschaft fühlen, ist das ein Zeichen von hoher sozialer Kompetenz.
Ein Team ist aber kein Status sondern ein dynamisches Gebilde aus lebendigen Wesen. Die Vielfalt der Charaktere bringt Spannungen und Konflikte hervor, die die Produktivität der Gruppe stören können. Es gilt, differierende Standpunkte auszutragen, zwischen einzelnen Mitgliedern zu schlichten und tragfähige Kompromisse zu erarbeiten. Wer mit anderen auskommen will, muss Konfliktfähigkeit, Diplomatie und Verhandlungsgeschick beweisen. Ein soziales Gefüge in der Balance zu halten heißt, alle Mitglieder zufriedenzustellen und in ihrer Teamrolle Bestätigung finden zu lassen.
Das geht nicht ohne eine übergreifende Idee oder Vision, die eine Gruppe langfristig zusammenhalten und motivieren kann. Sozial kompetente Menschen sind deshalb oft Visionäre, die ihre Mitarbeiter und Kollegen durch Sinngebung zu motivieren verstehen. Die Qualität eines Teams und seiner Führung misst sich deshalb nicht ausschließlich an der Leistung sondern auch an ihren Idealen. Eine sozial kompetente Gruppe versteht es zum Beispiel durchaus, auch schwächere Mitglieder ins Team zu integrieren, zu fördern und produktiv einzubinden.
Wenn wir wieder lernen, weniger auf die materiellen Werte zu achten, sondern wieder aufeinander zuzugehen und uns sozial einzubringen, werden wir in Beziehungen unsere emotionale Sicherheit wiederfinden. Wer es versteht, berufliche und private Beziehungen langfristig lebendig zu erhalten, wird in seinem sozialen Netz immer Hilfe und Unterstützung finden. Er hat gelernt zu geben und wird in der Regel das zurückbekommen, was er in seine Beziehungen investiert hat. Auch ohne Großfamilie oder Arbeitsamt.
Tipp 1: Machen Sie sich immer wieder bewusst, welche positive Eigenschaften andere Mitmenschen haben. Jeder Mensch hat Fähigkeiten und Qualitäten, die er in eine Gruppe einbringen kann und die ihm ermöglichen, bestimmte Aufgaben besser zu erfüllen als andere Mitglieder. Beobachten Sie funktionierende Teams und erkennen sie, dass gute Teams sich durch die Zusammensetzung aus unterschiedlichsten Charakteren von anderen unterscheiden. Lernen Sie die Andersartigkeit Ihrer Kollegen schätzen. Nicht Homogenität sondern die Vielfalt eines Teams macht das Ganze zu mehr als der Summe seiner Teile!
Tipp 2: Geben und Nehmen ist das Prinzip von Beziehungen und Basis jedes sozialen Miteinanders. Achten Sie darauf, dass das Gleichgewicht innerhalb ihrer Beziehungen oder Gruppe ausgeglichen bleibt. Wer immer nur nimmt oder immer nur verzichtet, gefährdet die Balance. Wenn aber die Interessen eines Teils der Gruppe auf der Strecke bleiben, bricht das Team auseinander und die Beziehungen hören auf zu existieren.
Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn es einmal schief geht! Beziehungen und Teams sind nicht aus Stein sondern lebendig und immer in Bewegung. Wir alle müssen lernen, konstruktiver miteinander umzugehen. Jeder Rückschlag ist eine Chance, offener und direkter in Beziehung zu treten.
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