Das Erfolgsteam für Emotionalität im Management

Cit-Consult.de
Startseite arrow Wissen arrow Organisation und Führung arrow Konflikte, die es Wert sind - Werte bestimmen unsere Persönlichkeit
Startseite
Wissen
Persönlichkeit
Leben-Beruf-Karriere
Organisation und Führung
Definitionen
Buch-Tipps
Musik-Tipps
Presseartikel
EQ-Newsletter
Seminare
Vorträge
Coaching
Organisationsentwicklung
Institut
EmotionBlog

Suche

RSS 0.91
RSS 1.0
RSS 2.0
ATOM 0.3
OPML
Konflikte, die es Wert sind - Werte bestimmen unsere Persönlichkeit Drucken E-Mail
Image Es ist noch gar nicht so lange her, da hatten sich zwei Mitarbeiter meines Teams regelmäßig in der Wolle. Fast täglich kam es zu lauten Auseinandersetzungen zwischen beiden, in denen es um die mangelnde Koordination ihrer Arbeitsabläufe ging. 
 
Obwohl ich sie schon mehrfach ermahnt hatte, waren die beiden nicht in der Lage, ihren Konflikt allein zu lösen. Die schlechte Stimmung wirkte sich langsam auf das gesamte Team aus. Um die Arbeitsleistung nicht zu gefährden, mussten wir uns mit dem Thema etwas intensiver auseinandersetzen.
 
Im gemeinsamen Gespräch wurden die gegenseitigen Vorwürfe deutlich: Der eine fühlte sich vom anderen kontrolliert und in seiner kreativen Arbeitsweise behindert. Der andere beschwerte sich, dass Absprachen und Ordnungsprinzipien nicht eingehalten und so ein reibungsloses Zusammenarbeiten erschwert bzw. unmöglich wurde. Als Beispiel führte er den Fall auf, dass sein kreativer Kollege seine Dateien mit “Daddeldu_1.2.3” usw. benannte. So kam es wiederholt vor, dass er vergebens nach Daten suchen musste.
 
Mir wurde schnell klar, dass es nicht ausreichen würde, Ermahnungen auszusprechen oder verschärfte Anweisungen durchzusetzen. Hier war es notwendig, der Sache auf den Grund zu gehen und in die Einstellung und Teamfähigkeit der Mitarbeiter zu investieren.
 
Kurzerhand improvisierte ich einen Teamworkshop für den kommenden Freitag. Neben einigen gruppendynamischen Spielen zur Entwicklung des Veranwortungsbewusstseins analysierte ich auch die individuellen Werte-Einstellungen jedes Teammitgliedes, um sie miteinander zu vergleichen.
 
In der Gegenüberstellung fiel es allen wie Schuppen von den Augen: Unser kreativer Daddeldu-Kollege hatte dem Wert “Freude” erste Priorität gegeben, während “Sicherheit” an vorletzter Stelle stand. Er war Sohn wohlhabender Eltern. Auto und Wohnung wurden vom Vater bezahlt. Er empfand die notwendige Anpassung an seine Kollegen als eine Beschneidung seiner Grundwerte.
 
Sein ordnungsliebender Kollege dagegen hatte “Sicherheit” auf Platz 1 gewählt und “Freude” stand für Ihn auf Platz 16 oder 17. Er war verheiratet und hatte 2 kleine Kinder. In jüngster Vergangenheit war ihm zwei mal kurz hintereinander in der Probezeit gekündigt worden. Er empfand das Verhalten seines Kollegen als einen Angriff auf seine Sicherheitsbedürfnis. Für den Wunsch nach Spaß hatte er wenig Verständnis.
 
Aus den unterschiedlichen Historien beider Mitarbeiter wurde für alle die konträre Einstellung und die gegensätzliche Bewertung ihres Handelns verständlich. Beide erkannten, dass sie nicht unbedingt Freunde werden, aber sie waren in der Lage, die Verletztheit des anderen nachzuvollziehen. Erst dadurch war ein ehrliches Aufeinanderzugehen möglich.
 
Ich gab ihnen den Auftrag, gemeinsame Verhaltens- und Kommunikationsregeln aufzustellen, die beider Bedürfnisse gerecht werden. Unter anderem erarbeiteten Sie ein Organigramm zur systematischen Beschriftung aller Computer-Daten, in dem “Daddeldu” nicht vorgesehen war. Aus der Einsicht unseres Kreativen in die Notwendigkeit solcher Prinzipien konnte unser “Ordnungshüter” die Sicherheit gewinnen, seinem Kollegen mehr kreativen Freiraum zu lassen.
 
Der Konflikt war leichter zu lösen als erwartet. Aber mir ist an diesem Fall klar geworden, dass es nicht genügt, auf der Sachebene einzugreifen. Wenn ich eine Verbesserung in der Zusammenarbeit anstrebe, muss ich auf der emotionalen Ebene einsteigen. Das heißt, ich muss die unterschiedlichen Wertevorstellungen bewusst machen und an der Einstellung der Mitarbeiter ansetzen.
 
5 logische Schritte scheinen mir dabei erkennbar und notwendig:
 
  1. Selbsterkennen: Die Erkenntnis der eigenen Bedürfnisse und Werte schafft Verständnis für die eigenen Emotionen. Die Faustregel: Wenn ich wütend oder enttäuscht werde, ist das ein Zeichen, dass einer meiner Grundwerte verletzt wurde.
  2. Verstehen: Die Einsicht, dass meine Mitmenschen andere Erfahrungen und ein anderes Weltbild haben als ich, lässt mich verstehen, dass sie nach anderen Bedürfnissen und Werten leben und sich demgemäß auch anders verhalten.
  3. Neubewerten: Aus dem Wissen heraus, dass das Verhalten meiner Mitmenschen kein Angriff auf meine Person, sondern logische Folge ihrer persönlichen Geschichte ist, ermöglicht mir eine tolerante Neubewertung des mir fremden Verhaltens
  4. Kooperieren: Erst aus der gewonnen Toleranz heraus kann ich ehrlich auf den anderen zugehen und mein Handeln auf meinen Mitmenschen einstellen.
  5. Sich entwickeln: Das neue Handeln schafft im Idealfall für alle Beteiligten konstruktive Erfahrungen, die mittelfristig zu persönlichem Wachstum führen: Wenn ich erkenne, dass meine Ängste vor Werteverletzung unberechtigt sind, kann ich meine eventuell überzogenen Wertevorstellungen (wie Freude bzw. Sicherheit) relativieren und mit meinen Mitmenschen kompetenter umgehen.
 
Und noch etwas habe ich aus dem geschilderten Fall gelernt: Die meisten Konflikte und Probleme sind ganz simpler Natur und spielend zu lösen. Ich muss nur den Emotionen, Bedürfnissen und Werten meiner Mitmenschen auf den Grund gehen und sie ernst nehmen. Die Werkzeuge und Methoden haben wir zur Verfügung. Wir müssen uns nur etwas Zeit dafür nehmen und uns zusammensetzen. 
 
 
von Michael Blochberger 
 
 
 
< zurück   weiter >
[ Zurück ]
Informationsanfrage infoanfrage
Newsletter bestellen
newsletterabo

Populäre Seiten

  • Mit Gefühl zu mehr Erfolg - Emotionale Intelligenz
  • Lachend gewinnen
  • Humorvoll Führen
  • Führungsfrage — Was machen Frauen anders?
  • Über den Umgang mit Rivalität und Moral im Beruf
  • Heute ist ein schlechter Tag - heute schaff ich dennoch was!
  • Ein unseriöses Angebot und seine Folgen
  • Konkurrenz und Kooperation am Arbeitsplatz
  • Der Weg zur authentischen Führungskraft
  • Das Innere Team

Ähnliche Seiten

  • Emotionale Intelligenz
  • Vorträge
  • EQ-Newsletter Nr. 56, Emotionen am Arbeitsplatz
  • Coaching
  • Teamcoaching
  • Personalbewertung
  • Führung und Persönlichkeit
  • Qualitätskriterien
  • Institut
  • Partner/Links
  • Impressum
  • Seminare
  • Mit Gefühl zu mehr Erfolg - Emotionale Intelligenz
  • Die Macht der Katastrophen-Macher
  • Der Weg zur authentischen Führungskraft
  • Lachend gewinnen
  • Humorvoll Führen
  • Offene Trainings
  • EQ-Test
  • Organisationsentwicklung
  • Stimmungsanalyse
  • Profilanalyse CorPS®
  • Leitbildentwicklung
  • Teamentwicklung
  • Teamanalyse TeamPuls®
  • Konfliktmanagement
  • Firmeninterne Seminare und Workshops
  • Flexibilität und Belastbarkeit stärken
  • In Verantwortung delegieren
  • Kommunikation in Konflikten
  • Führungskompetenz
  • Stressmanagement
  • Emotionale Intelligenz
  • Kooperationen
  • Aktuelle Termine
  • Existenzangst oder Die Last erwachsen zu werden
  • Ja-aber! Das schönste aller Ränkespiele, um sich vor der Verantwortung zu drücken
  • Mikropolitik: Die alltäglichen „Machenschaften“ von uns allen
  • Die Macht destruktiver Glaubenssätze
  • Die Führungskraft als Dompteur der Emotionen
  • Emotionale Intelligenz: Das neue Wissen von der Ohnmacht des Verstandes
  • Konsequent, aber herzlich
  • Das Geheimnis von Ausstrahlung und Präsenz
  • Den eigenen Charakter verstehen
  • Der Witz als Chance zur Selbsterkenntnis
  • Ausbildung zum Humor-Coach
  • Ohne Authentizität kein Vertrauen
  • Verflixt authentisch
  • Die 3 Dimensionen von Disziplin
  • Konkurrenz und Kooperation am Arbeitsplatz
  • EQ-Newsletter Nr. 46
  • Persönlichkeit und Aggression Teil 1: Der Choleriker
  • Souveränität und Charisma
  • Stress als Chance
  • Stress als Spiegel der Persönlichkeit
  • Neue Wege zum guten Gefühl
  • Stress lass nach! So programmieren Sie sich neu!
  • Mit der Kraft der Fantasie zur eigenen Vision
  • Lust und Leistung — Mit Spaß zu mehr Stresstoleranz
  • Authentizität im Management
  • Am Ende der Wahrheit bleibt der Wunsch nach Authentizität
  • Stressbewältigung: Alles Kopfsache
  • Humor als spiritueller Weg
  • Michael Blochberger
  • So streiten Sie richtig!
  • ÜberLebensZeit, Teil 1: Sinn, Werte und Wandel
  • Innovation und Kreativität
  • So delegieren Sie erfolgreich!
  • Den passenden Mitarbeiter einsetzen
  • Heute ist ein schlechter Tag - heute schaff ich dennoch was!
  • Empathie: Auf andere Menschen besser eingehen
  • Arbeit, Urlaub, Emotionen - Wie Sie den Urlaub zur Selbstfindung nutzen können
  • ÜberLebensZeit, Teil 2: Neue Ideen entstehen aus Krisen
  • Mobbing – Zeitgeist oder Mangel an Kultur?
  • Emotionale Intelligenz - Was steckt dahinter?
  • Über den Umgang mit Rivalität und Moral im Beruf
  • Ein unseriöses Angebot und seine Folgen
  • Mit Spaß zur Selbstdisziplin
  • Das Innere Team
  • Gelöste Gelassenheit
  • Selbstführung als Grundlage Sozialer Kompetenz
  • Sich selbst erkennen, sich selbst vertrauen
  • Anleitung zum Unglücklichsein
  • Persönlichkeitsentwicklung
  • Mein Gott, ist der Kleine schon selbstbewusst!?
  • Selbstachtung: Die Quelle für Menschlichkeit und Leistungsfreude
  • Das Gute an der Krise
  • Plädoyer für Überzeugungstäter
  • Die Folgen emotionaler Dummheit
  • Ohne Überzeugung ist Veränderung Kampf
  • BeGEISTERung
  • Wölfe im Schafspelz?
  • Cool bleiben – oder Empathie zeigen?
  • Mit Empathie zu mehr Verständnis
  • Empathie macht Liebe
  • Hurra, wir leben noch!
  • Respekt oder Vertrauen – ein Status-Konflikt
  • Wie Sie Ihrem Wort Geltung verleihen - Glaubwürdigkeit
  • Sympathie und Antipathie – die Spiegel meiner selbst
  • Zuhören wie Momo
  • Momo
  • Wie Sie Ihrem Wort Geltung verleihen - Führung
  • Selbstmanagement: In der Krise die eigene Mitte finden
  • Wie Sie Ihrem Wort Geltung verleihen - Unvoraussagbarkeit
  • Auf der Suche nach dem Glück
  • Yes we can: Der Glaube an uns selbst
  • Führen mit Zielen
  • Persönlichkeit und Ausstrahlung: Wer träumt nicht vom eigenen Charisma?
  • Keine Führung ohne Emotionalität
  • Erinnerungen: Wie Emotionen uns steuern
  • Angst und Freude als Motivationsfaktoren
  • Die Neugier am Mitmenschen
  • Vom Schielen bleiben die Augen stehen!
  • Die Führungskraft als Förderer und Coach
  • Präsent sein – Nicht weniger als 100%!
  • Wenn Führungskräfte aufs Pferd kommen
  • Das Gefühl für Strategisches Denken
  • Die Kraft der freien Entscheidung
  • Der Hass der Unzufriedenen
  • 30 Geheimnisse des begehrenswerten Mannes
  • Der Mann auf der Suche nach seiner Männlichkeit
  • Ich verstehe, wie du dich fühlst
Login | Impressum | Kontakt | Sitemap | Suche

© 2010 CIT Consult | Das Erfolgsteam für Emotionalität im Management