Am 31.10.1517 schlug der Mönch Martin Luther seine 95 Thesen an das Tor der Schlosskirche in
Wittenberg und leitete damit die Reformation der Kirche ein. In diesen Thesen widersprach er der
offiziellen Meinung des Vatikan, durch Ablassbriefe könne man sich von seinen Sünden freikaufen.
Die Vergebung der Sünden war für ihn als Theologen nur Gott vorbehalten. Die Vorstellung, die Reichen
könnten sich die Gunst Gottes erkaufen, während die Armen in Sünde leben müssen, war mit seinem
Glauben an Moral und Anstand nicht zu vereinbaren und es widersprach dem Gerechtigkeitssinn des Volkes.
Heute, fast 500 Jahre später, erleben wir eine durchaus vergleichbare Situation.
Die Schultern stark nach vorn gezogen, Rundrücken und glasige, unruhige Augen, die alles jederzeit im Blick haben – ich werde den Eindruck nicht los, Seit an Seit neben einem geprügelten Hund zu sitzen, der zum Angstbeißer mutiert ist. Die gesamte Körperhaltung meines Nebenmannes verströmt eine Mischung aus gehetzter, subtil-aggressiver Angespanntheit und schwarzseherischer Schicksalsergebenheit. Wer mit ihm spricht, benötigt entweder ein Schutzschild oder flinke Körperreaktionen, um sich von seinen Giftpfeilen getränkt in Zynismus und Sarkasmus nicht treffen zu lassen. Dabei sehe ich im Hintergrund seiner Augen, dass es einmal eine andere Zeit gab.
"ICH HALTE DAS NICHT AUS!" schreit ein Seminarteilnehmer und klopft wütend gegen seine Pinnwand. "Das ist die Ursache für meinen Stress! Und ich kann nichts dran machen...!"
Solche berührenden Momente der scheinbaren Hilflosigkeit sind wichtige Augenblicke der Erkenntnis. Denn sie bieten bei genauem Hinsehen viele Chancen zur Veränderung. Einerseits zeigen sie auf, was der Einzelne persönlich korrigieren kann, um mit Stress besser umgehen zu können. Andererseits wird erkennbar, dass für die schlimmsten Stresssituationen organisatorische Mängel und klassische Führungsfehler verantwortlich sind, die man mit etwas gutem Willen auch vermeiden kann...
Wenige Führungskräfte sind es gewohnt, für sich und ihre
Mitarbeiter weitreichende Ziele oder Visionen zu entwickeln
und sich für deren Verwirklichung zu engagieren. Viele reagieren
nur auf die Anforderungen des Marktes und verlieren so
ihre eigenen Ziele und Vorstellungen aus den Augen. Andere
haben sich damit abgefunden, die ihnen vorgebenen Ziele zu
verfolgen. Sie haben es aufgegeben, eigene Ideen zu formulieren
oder haben gar keine Vorstellung davon, was sie wirklich
wollen. Dieses Verhaltens ist nicht nur eine Frage der Persönlichkeit,
sondern auch eine Folge von Erziehung, Bildung
und den gesellschaftlichen Zwängen.
Küpper & Ortmann beschrieben bereits 1992 Organisationen als „... Arenen heftiger Kämpfe, heimlicher Mauscheleien und gefährlicher Spiele mit wechselnden Spielern, Strategien, Regeln und Fronten.“ In ihnen wimmele es „... von Bremsern und Treibern, change agents und Agenten des ewig Gestrigen, Märtyrern und Parasiten, grauen Eminenzen, leidenschaftlichen Spielern und gewieften Taktikern.
Wie kann es nur dazu kommen, dass wir seit Generationen – besonders in Deutschland –
davon überzeugt sind, dass Emotionen im Business nichts zu suchen haben, obwohl wir täglich das Gegenteil erleben?
Wie kann es angehen, dass die Mehrzahl aller Führungskräfte auch heute noch glaubt, dass Gefühle unwichtig sind,
obwohl Panik, Gier und Hass einen immer größeren und unkontrollierbareren Einfluss auf Wirtschaft und Management haben?
Eine auf Angst bauende Mitarbeiterführung, ein hysterischer Aktienmarkt und ein von Gier bestimmtes Management
machen uns zu Opfern einer Wirtschaft, die von Sachverstand und Logik spricht. Höchste Zeit zu lernen, mit Gefühlen verantwortungsbewusst umzugehen und Emotionen zu steuern.
Ziele geben der menschlichen Anstrengung erst die Richtung und den Sinn. Genau hier liegt der große Nutzen des Führens mit Zielen. Denn nur über gemeinsam entwickelte und vereinbarte Ziele mit dem Mitarbeiter kann letztendlich definiert werden, wann seine Arbeit zu Leistung wird. Es ist daher eine der wichtigsten Führungsaufgaben, im eigenen Bereich für Ziele zu sorgen. In der Praxis ist jedoch häufig zu spüren, wie schwer sich viele Führungskräfte mit Zielvereinbarungsgesprächen tun.
Sie waren die Götter des Finanzimperiums, die Chefs von Lehman Brothers, Merrill Lynch, Bear Stearns und Morgan Stanley. Ihr Wort war Gesetz in der Bankenwelt. Auf ihr Wissen und ihre Erfahrung setzten Banker und Anlageberater Jahrzehnte lang ihr Vertrauen. Und jetzt müssen wir erkennen, dass diese Profis 5 Minuten vor 12 noch keinen Überblick über den Zustand ihrer Konzerne haben? Ein einmaliges Beispiel für die Grenzen unserer Intelligenz und die Folgen emotionaler Dummheit...
Kaum einer wird mir widersprechen, wenn ich behaupte, dass der Führungsstil in hohem Maße durch die Persönlichkeit der Führungskraft bestimmt wird. Trotzdem glaubt die Mehrheit aller deutschen Führungskräfte (und scheinbar auch einige Bildungsträger), dass Führen eine Frage der Technik sei und der Charakter der Führungskraft durch technische Fähigkeiten zu neutralisieren ist. Wenn das so einfach wäre, könnten wir uns vor guten Führungskräften kaum retten! In der Praxis sieht das anders aus...
Neulich erzählte mir eine Putzfrau von Ihren „schwierigen Arbeitsbedingungen“ und dass alle Mitarbeiter bereits den Kopf hängen lassen. Und wenn Sie was sagen, dann wird gleich mit der „Fristlosen“ gedroht. Auch heute erwähnte mir gegenüber eine Angestellte eines großen Österreichischen Betriebes – dass die Großen es sich nur richten – während die „Kleinen Mitarbeiter“ nur ausgebeutet werden.
Es ist noch gar nicht so lange her, da hatten sich zwei Mitarbeiter meines Teams regelmäßig in der Wolle. Fast täglich kam es zu lauten Auseinandersetzungen zwischen beiden, in denen es um die mangelnde Koordination ihrer Arbeitsabläufe ging.
Alleine arbeite ich effektiver, aber ganz alleine fühle ich mich nicht wohl. Die Arbeit macht mir Spaß, wenn ich mich mit anderen absprechen und gemeinsam Ideen entwickeln kann. Ich genieße die Momente, in denen „die gesponnenen Fäden“ zusammen laufen – seien es die verschiedenen Wissensfragmente in meinem Kopf oder meine Kontakte zu Menschen, deren Fähigkeiten für eine Problemlösung gerade gefragt sind. Nach dem Austausch brauche ich aber auch wieder meinen Freiraum. Ich möchte selbstständig und eigenverantwortlich arbeiten, mir Zeit nehmen, die Dinge sorgfältig und gewissenhaft umzusetzen. Nur wie lässt sich diese, meine Arbeitsweise in eine Rolle „packen“?
Das „Team“ ist weiterhin in aller Munde und es scheint so, als wäre es das Allheilmittel, um Problemlösungen aller Art herbeiführen zu können. Egal, welches Bild bei Ihnen das Wort Team hervorruft, es handelt sich immer um eine Personengemeinschaft. In diesem Artikel soll jedoch nicht diskutiert werden, wie sinnvoll Teams und deren Einsatz ist, sondern in welchen Umwelten und Dynamiken sich Teams bewegen und dies an einer persönlichen Erfahrung, die ich gemacht habe, als ich als Verantwortlicher zum Aufbau des italienischen Marktes für 3 Jahre nach Italien ging.
Die Kunst des Delegierens besteht nicht nur in der Selbstüberwindung, seine Verantwortung auf andere zu übertragen, sondern auch in der Schwierigkeit den richtigen Mitarbeiter auszuwählen. Delegieren bringt vor allem dann Erfolg, wenn Sie Ihre Mitarbeiter nach ihren echten Begabungen einsetzen. Nicht jeder kann alles gleich gut. Die meisten Menschen sind nur in einem Bereich wirklich Spitze.
Delegieren – also Aufgaben oder Zuständigkeiten auf andere zu übertragen – hat viele Vorteile, wenn Sie es richtig machen: Sie können Ihre Belastung reduzieren, Sie können sich auf das konzentrieren, was Sie am besten können und verschaffen sich Freiräume für wichtige Planungsaufgaben. Aber erfolgreiches Delegieren will gelernt sein. Wir verraten Ihnen, wie Sie klassische Fehler vermeiden und durch eine systematische Verteilung von Aufgaben Ihre berufliche Entwicklung und die Fähigkeiten Ihrer Mitarbeiter fördern können.
Sie wollen eine/n gute/n Mitarbeiter/in an Ihr Team oder die Firma binden? Sie denken an eine satte Gehaltserhöhung? Machen Sie keinen Fehler: Geld hält unzufriedene Mitarbeiter nicht an ihrem Arbeitsplatz - es erschwert und verzögert höchstens den "Absprung". Unsere gezielten Analysen unter unzufriedenen Fachkräften belegen: Gute Mitarbeiter sind auf Dauer nicht durch materielle Angebote zufrieden zu stellen, sondern durch ein sozial kompetentes Management. Wir sagen Ihnen, worauf Sie achten sollten.
Nicht schon wieder diese Grabenkämpfe! Statt eines kooperativen Miteinanders herrscht in vielen Teams der kalte Krieg. Statt Gemeinschaftssinn heißt es: Jeder gegen Jeden. Statt sich fair auseinanderzusetzen, nutzen viele die Gunst der Stunde, andere Gruppenmitglieder auszutricksen, um sich einen persönlichen Vorteil zu verschaffen. Dabei müssen Konflikte nicht tragisch enden. Lesen Sie, wie man Auseinandersetzungen dazu nutzt, einen Haufen von Einzelkämpfern zu einem echten Team zu formen.
Wollen Sie wissen, was mich am Fußball so fasziniert? Es ist die Tatsache, dass nirgendwo sonst die Vorteile und Chancen von Teamarbeit sich deutlicher abzeichnen als während der 90 Minuten eines Fußballspieles: Flexibles Kooperieren, hocheffiziente Arbeitsteilung und höchste Motivation durch das Wir-Gefühl machen Fußball zum Inbegriff von Teamarbeit.
Eigentlich bin ich nicht abergläubisch. Deshalb hat mich niemand davon abhalten können, bei einem der führenden deutschen Charter-Flugdienste für den 1. April drei Flugtickets in die Sonne zu buchen. Schließlich sind wir als Vielflieger seit Jahren Mitglied im so genannten Sunshine-Club und genießen dort gewisse Vorteile. Deshalb haben mich die Vorkommnisse im Vorfeld auch nicht stutzig gemacht...
Kennen Sie das auch? Sie verfolgen Ihre Ziele, gehen Ihren Aufgaben nach, wollen einfach Ihren Job machen, aber Sie treffen überall auf Widerstand? Ganz gleich, was Sie anpacken, ganz egal, was Sie bewegen wollen, es ist immer jemand da, der etwas dagegen hat, sich verweigert, Sie versucht auszubremsen? Je mehr Energie Sie in etwas investieren, desto mehr Menschen scheinen ein Interesse daran zu haben, Sie in der Ausübung Ihrer Tätigkeit zu behindern.
Glaubt man den zahlreichen Umfragen unter deutschen Personalverantwortlichen, so ist die "soziale Kompetenz" das mit Abstand wichtigste Kriterium bei der Einstellung von Führungskräften in Deutschland. Nahezu alle führenden deutschen Unternehmen zählen die sozialen und kommunikativen Kompetenzen zu den drei Schlüsselqualifikationen
Sich an einem Seil todesmutig in den Abgrund stürzen und ohne mit der Wimper zu zucken über heiße Kohlen spazieren – mit Outdoor verbinden die meisten spektakuläre Aktionen, in deren Mittelpunkt persönlicher Nervenkitzel oder Grenzerfahrungen in der Gruppe stehen. Am Abend bei einem frisch gegrillten Steak mit einem kühlen Blonden in gemeinsamer Runde fühlt sich dann jeder nach diesen Adrenalin-Kicks als mutige, risikobereite Führungskraft und Mitglied eines Klasse-Teams! Keine noch so schnelllebige Marktveränderung kann ihnen zusammen ab heute jemals wieder etwas anhaben bis...,
Gewaltbereite Rowdys oder nur aufgekratzte Fußballfans, die ihrem Ärger über die ihrer Meinung nach schikanösen Einlasskontrollen am Stadion verbal Luft machen wollen? Ein fanatischer Selbstmordattentäter, Dynamit behangen auf dem Weg zu seiner "Bestimmung" oder nur ein ganz normaler Besucher, der sich durch einen Zufall verdächtig macht? Zwei hochemotionale Szenen in denen Sicherheitskräfte in Bruchteilen von Sekunden in sich die Sicherheit finden müssen, um die "richtige" Entscheidung zu treffen: Zupacken oder im Hintergrund bleiben und beobachten? Eine Fähigkeit, über die nur wenigen Menschen verfügen.
Alle Jahre wieder veröffentlicht das Marktforschungsinstitut Gallup die Ergebnisse einer interessanten Studie. Die regelmäßige Umfrage unter Deutschen Arbeitnehmern untersucht deren Einstellung zur Arbeit. Mit konstant erschreckenden Ergebnissen: Demnach gehen nur 15% aller Arbeitnehmer gern zur Arbeit (2004). Der überwiegende Anteil der Befragten sieht keine besondere Verpflichtung dem Arbeitgeber gegenüber. 70% machen nur Dienst nach Vorschrift. Die übrigen Arbeitnehmer haben bereits innerlich gekündigt und verhalten sich entsprechend.
Mal ganz ehrlich: Wenn es stetig aufwärts geht, ist es leicht, den Chef zu spielen. Was man anfasst, wird zum Erfolg. Fehlentscheidungen sind schnell wieder gut gemacht. Fehlverhalten ist schnell verziehen. Viele Manager hat es in den Wachstumsjahren auf der Karriereleiter nach oben gespült.
Bei der Deutschen Post hat sich in den letzten 20 Jahren eine Menge verändert. Der Schritt vom trägen Beamtenladen hin zu einem international agierenden Logistik-Konzern ist kein kleiner Schritt für die Post, aber ein großer Schritt für die Menschheit (Man verzeihe mir den Missbrauch dieses Zitates).
Als Kleinkinder waren wir gänzlich unbefangen und frei. All unser Tun und Handeln diente nur dem Einen: dem Lustgewinn. Und jeder dieser lustvollen Augenblicke wurde von einem Lachen begleitet: Bis zu 500 mal täglich können Kinder lachen, sagt die Statistik. Als Erwachsene lachen wir nur noch bis zu 20 mal am Tag. Das ist nicht zum Lachen, sondern bitterer Ernst...
Walter Kauffmann, Hohenbrunner Akademie, vor dem Marketingclub Bremen am 2. Juni 2003
Am 23. Dezember überschrieb DIE ZEIT ihren Wirtschaftsteil mit dem Thema "Führungskrise in Deutschland". Anlass waren die Abgänge von drei großen Unternehmensführern. Alle drei hoch intelligente, starke Persönlichkeiten. Allianz-Chef Henning Schulte-Noelle kündigte überraschend seinen Rücktritt an. Ron Sommer mußte die Deutsche Telekom verlassen und Thomas Middelhoff den Sessel als Bertelsmann-Chef.
Menschen zu führen ist eine der anspruchsvollsten und komplexesten Aufgaben, die es gibt, denn führen erfordert sehr viel mehr als fachliche Kompetenz, die Bereitschaft Befehle zu verteilen oder seinen Status zu wahren.
Wie erfolgreich ein Unternehmen ist, entscheiden die Menschen, die darin arbeiten. Je mehr unternehmerisch denkende, verantwortlich handelnde und teambewusste Mitarbeiter ein Unternehmen hat, desto größer sind seine Chancen, im sich schnell wandelnden Verdrängungswettbewerb erfolgreich zu bestehen. Wichtigste Voraussetzung für den Firmenerfolg sind daher motivierte, leistungsbereite und leistungsfähige Mitarbeiter.
Nach einer Umfrage unter Personalverantwortlichen ist "Teamfähigkeit" das wichtigste Kriterium bei der Suche nach neuen Mitarbeitern. Und scheinbar ein Kriterium, das die wenigsten Bewerber ausreichend erfüllen. Warum sind viele Menschen nicht bereit, sich in Gruppen zu integrieren? Warum fällt es vielen so schwer, Lust an der gemeinsamen Sache zu entwickeln? Warum scheitern so viele an ihrem unsozialen Verhalten?
Eine der wichtigsten Fähigkeiten des Menschen, die uns von anderen Lebewesen unterscheidet, ist die Fähigkeit zu kommunizieren. Vor Jahrmillionen entstand unsere Sprache, vor Jahrtausenden die Schrift, beides zählt zu den bedeutendsten Errungenschaften unserer Kultur.
Sich in seine Mitmenschen einfühlen können ist die wichtigste Voraussetzung, um mit anderen konstruktiv umgehen zu lernen. Wer sein Handeln nicht an den Gefühlen anderer abstimmt, wird überall anecken, Konflikte heraufbeschwören und immer unverstanden bleiben. Empathie macht das Gelingen jeder zwischenmenschlichen Kommunikation erst möglich.