| Lust und Leistung - Wie Sie durch lustvolles Arbeiten zu mehr Ausgeglichenheit kommen können |
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Die zahlreichen Misserfolge in Politik und Wirtschaft führen in Deutschland zu einer ungewöhnlich resignierten Stimmung. Trotz aller Anstrengungen, aller Plackerei geraten wir immer deutlicher in einen depressiven Strudel. Der Druck auf die Unternehmen und den einzelnen Mitarbeiter wächst. Der Verlust an Sicherheit produziert Ängste, Stress und Frustrationen. Träume platzen und wir müssen erkennen, dass materielle Ziele allein nicht reichen, um uns aus der Krise zu helfen.
Jahrzehnte lang haben wir uns in einer trügerischen Sicherheit gewähnt, die uns satt und träge hat werden lassen. Mit unzähligen Regeln und Gesetzen haben wir versucht, festzuhalten, was nicht abzusichern ist: Sicherheit, Zufriedenheit und Glück. Daraus ist eine verkopfte und lustfeindliche Gesellschaft entstanden. Sind wir am Ende unserer Leistungsfähigkeit angekommen?
Aber NEIN! Unsere Energiereserven sind lediglich blockiert. Was wir benötigen, sind Veränderungen, neue Wege, um wieder an unsere verschütteten Kraftreserven zu gelangen. Im Kleinen wie im Großen. In der Entwicklung der eigenen Persönlichkeit und der der Unternehmen.
Bevor mir wieder vorgeworfen wird, zu viel Bla-Bla und zu wenig Info zu liefern: Mein Thema an dieser Stelle sind nicht die Veränderungsprozesse im Unternehmen - dazu verweise ich auf unseren Gastartikel von Walter Kauffmann. Aber Veränderung beginnt immer bei der eigenen Person. Was ich geben möchte, ist Hilfe zur Selbsthilfe: Anregungen, die eventuelle eigene Unlust zu bekämpfen und sich selbst mit mehr Freude zu führen.
Unser emotionales Wohlbefinden ist von vielen Dingen abhängig: Von den täglichen kleinen Erfolgen, von unserem sozialen Miteinander und von unserer physischen und psychischen Gesundheit. Wir haben lange den Fehler begangen, uns zu sehr auf den materiellen Erfolg zu konzentrieren, der gar nicht so ausschlaggebend für das eigene Wohlbefinden ist, wie wir annehmen. Oft sind die kleinen Dinge des Alltags, die wir selbst beeinflussen können, bedeutende Stimmungsmacher.
Ein ganz privater Schritt ist ein gesundes Zeitmanagement zur besseren Balance zwischen Beruf und Privatleben, Leistung und Belohnung, Kopf und Körper. Wer den Tag über geistig arbeitet, darf sich mit einem lustvollen Tagesausklang für Körper und Seele belohnen: Sport, Bewegung oder Entspannung durch Sauna, Massagen oder liebevolle Zuwendungen befriedigen die Sinne. Wer lustvoll genießt oder sich körperlich fordert, entwickelt eine gesunde Stresstoleranz und wird seelisch stabil.
Ein weiterer Grundsatz scheint mir besonders wichtig: Mache alles, was du tust, mit vollem Engagement und voller Überzeugung! Wer nicht an die eigene Sache glaubt, nicht im Moment seines Handelns präsent ist, kann andere nicht überzeugen. Er nimmt sich selbst die Freude an seinem Tun und erschwert den Erfolg. Die innerer Überzeugung am Arbeitsplatz wirkt wie guter Sex in einer Beziehung: Sie entfacht erst das Feuer der Leidenschaft, und das macht Lust auf mehr.
Zum lustvollen Arbeiten gehört auch eine spielerische Einstellung. Machen Sie sich wieder frei von Zwängen, Dogmen und Verpflichtungen, die Ihnen die Freude nehmen. Es ist nicht leicht, aber versuchen Sie, neue Herausforderungen so offen und unbefangen anzugehen wie Kinder. Diese sind so lernfähig, weil sie Ihre Aufgaben nicht als Pflicht sondern als Spiel oder Abenteuer verstehen. Mit Mut und Kreativität stoßen wir auf neue Lösungen. Daraus entsteht eine neue Dynamik, die mehr Spaß macht als am Überholten festzuhalten.
Die Lust auf Neues bringt nicht nur Erfolge sondern auch Niederlagen mit sich. Wer viel wagt, erfährt schneller seine Grenzen. Um so wichtiger ist es, persönliche Entwicklung offensiv anzugehen. Mitarbeiter, die zeigen, was sie wollen, werden mehr GEfördert und schneller BEfördert. Denn ein verantwortungsbewusster Arbeitgeber ist froh, Menschen zu finden, die Lust auf Leistung haben. Nutzen Sie jede Chance, die sich Ihnen bietet.
"So einfach ist das nicht," werden einige sagen, Oder: "Spaß bei der Arbeit? Da müssten Sie mal meinen Chef hören." Sicher: Es gehört zu unseren lustfeindlichen Traditionen, aus Pflichbewusstsein heraus zu arbeiten und Lustvolles als minderwertig abzutun. Aber was hindert Sie daran, diese Sichtweise für Ihren Lebensbereich abzulegen? Mit Ihren Gedanken, Ihren Einstellungen und Glaubenssätzen können Sie täglich Einfluss nehmen (siehe unsere Buchempfehlung "Fish!").
Wenn wir unsere Probleme von morgen bewältigen wollen, benötigen wir weit mehr teamfähige und lustvolle Föhrungskräfte als zur Verfügung stehen. Nicht das Fachwissen ist entscheidend, sondern die emotionale Kompetenz, sich selbst und andere zu motivieren, lustvoll aufeinander einzugehen. Wer sich als selbständiger Mitarbeiter emanzipiert, sich als Mit-Unternehmer versteht, hat nicht nur mehr Spaß an der Arbeit, er wird auch Karriere machen.
Falls in Ihrem Unternehmen aber alle Offensiven abgeblockt werden, haben Sie immer noch die Alternative, Ihre Ziele in einem anderen Unternehmen oder in der Selbständigkeit zu realisieren. Viele werden diese Möglichkeiten in der aktuellen Wirtschaftslage für illusorisch halten, aber ich bleibe dabei: Ein Risiko einzugehen ist immer besser als sich selbst aufzugeben! Die Entscheidung, Lust auf Leistung in Ihr Leben zu integrieren, liegt nur bei Ihnen. Machen Sie es gut, aber machen Sie es bald!
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