| Momo |
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Obwohl der Titel bereits verrät, dass die Geschichte ein glückliches Ende findet, ist sie so spannend, fantasiereich und emotional geschrieben, dass man regelrecht in das Geschehen gesogen wird. Sie werden sich Mitfreuen, Mitfiebern und Mitleiden. Einmal begonnen, können Sie das Buch nicht vor dem Ende aus der Hand geben.
Unglaublich schön ist z.B. das Miterleben der schrankenlosen Fantasie und Leichtigkeit im Spiel der Kinder in einer Qualität, die uns Erwachsenen in unserem schnelllebigen Alltag abhanden gekommen ist. Die Kinder spielen in ihrer natürlichen Umgebung so intensiv, dass sie ein tatsächliches Gewitter gar nicht wahrnehmen. Ein einfacher Stock oder Stein beflügelt ihre Spielideen, weil er sich in alles verwandeln kann, was sich die Kinder vorstellen können. Sie üben dadurch ihre Fertigkeiten, lernen ständig Neues hinzu, überwinden ihre Ängste. Weshalb auch sollten sie sich einschränken lassen durch ein von Erwachsenen konzipiertes perfektes (und teures) Spielzeug, das zwar einem hohen pädagogischen Lernanspruch genügt, sich aber nur für eine bestimmte Sache handhaben lässt? Tief berührend ist auch das Miterleben der Neugier, Offenheit und Vorurteilsfreiheit mit der Momo, die kleine Heldin der Geschichte, allen Erwachsenen und Kindern begegnet. Die Gespräche mit Momo tun allen gut und gehen zu Herzen, denn Momo nimmt sich Zeit, ganz und gar für den Moment bei ihren Mitmenschen zu sein und zuzuhören. Sie bringt am Ende den Menschen die verlorene Zeit und damit die Herzlichkeit zurück in ihr Leben.
Diese als Kinderbuch getarnte Gesellschaftskritik hält uns Lesern einen Spiegel vor und zeigt uns schonungslos, welchen Preis wir für das Versprechen von Wohlstand, dem Erreichen eines angestrebten gesellschaftlichen Status oder der bestmöglichen Ausschöpfung unserer Arbeitskraft zahlen müssen: Wir hasten durch unser Leben und funktionieren nur noch, nehmen uns viel zu wenig Zeit für unsere Partnerschaft, Familie, Kinder und Freunde, um irgendwann einmal in weiter Zukunft unsere Träume mit Geld umsetzen zu können, falls wir dann noch Zeit dafür haben sollten. Das Traurige dabei ist, dass wir bis dahin nicht selten unsere Träume begraben haben, uns unzufrieden und mürrisch durch den Alltag schleppen und uns fragen müssen, ob wir wirklich gelebt haben. Denn „Zeit ist Leben. Und das Leben wohnt im Herzen. Und je mehr Menschen daran sparten, desto weniger hatten sie.“
Das Buch wird Sie berühren und Sie werden sich verändern. Individuelle Risiken und Nebenwirkungen sind garantiert.
von Paula C. Bemmann
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